Ein Mechaniker in Havanna Ein Mechaniker in Havanna  (Norlys)

Kuba: Bischöfe warnen vor Chaos und Gewalt

Die kubanischen Bischöfe sind tief besorgt über die Verschlechterung der sozialen und wirtschaftlichen Lage des Landes. Das schreiben sie in einer Botschaft „an alle Kubaner guten Willens“.

Die Bischöfe warnen vor der Gefahr eines weiteren sozialen Zusammenbruchs, insbesondere nach den jüngsten Entscheidungen, die die Energieversorgung des Landes betreffen. Die Gefahr von sozialen Unruhen und Gewalt unter den Bürgern des Landes sei real, und kein Kubaner guten Willens könne sich über ein solches Szenario freuen.

In dem am Samstag veröffentlichten Text schildern die Bischöfe die auf der Insel verbreitete Stimmung: „Wir können nicht so weitermachen“. Das müssten sich die ganze Gesellschaft, vor allem aber die politisch Verantwortlichen zu Herzen nehmen. Schon im Juni letzten Jahres hatten die Bischöfe Kubas einen vergleichbaren Appell verfasst; nun betonen sie, dass sich die „schmerzliche und drängende“ Realität seither nicht nur nicht verbessert, sondern verschlechtert habe. Angst und Verzweiflung hätten seitdem weiter um sich gegriffen.

Spannungen und soziale Risiken

„Die jüngsten Nachrichten, in denen es unter anderem um das totale Abschneiden Kubas von jeglicher Möglichkeit der Einfuhr von Erdöl geht, lassen vor allem für die Schwächsten die Alarmglocken läuten. Die Gefahr von sozialen Unruhen und Gewalt ist real. Kein Kubaner guten Willens würde sich über ein solches Szenario freuen“, erklären die Bischöfe.


US-Präsident Donald Trump hat in den letzten Tagen eine Verordnung unterzeichnet, die den nationalen Notstand in Bezug auf das Verhältnis der USA zu Kuba erklärt. Gemäß dem Dekret kann die US-Regierung Ländern, die Kuba direkt oder indirekt mit Öl beliefern, zusätzliche Zölle auferlegen, um den Zugang der Insel zu Erdölprodukten zu unterbinden und Druck auf die Regierung in Havanna auszuüben. Das Weiße Haus behauptet, dass die kubanische Regierung mit Ländern und Gruppen zusammenarbeitet, die den Vereinigten Staaten feindlich gesinnt sind, und daher ein außerordentliches Risiko für die nationale Sicherheit darstellt.

„Veränderungen werden immer dringlicher“

Kuba braucht Veränderungen, „und diese werden immer dringlicher“, schreiben die Bischöfe. Aber das Land könne „keine weiteren Qualen und kein weiteres Leid“ ertragen. Sie erinnern sie an die Worte von Johannes Paul II. während seines Besuchs auf der Insel im Jahr 1998, als er warnte, dass die Isolation „schwere Auswirkungen auf die Bevölkerung hat und die Schwierigkeiten der Schwächsten verstärkt“.

Die Bischöfe betonen, dass Konflikte durch Dialog und Diplomatie gelöst werden müssten, niemals durch Zwang. Gleichzeitig bekräftigen sie, dass die Würde und Freiheit der Menschen innerhalb des Landes nicht durch externe Konflikte beeinträchtigt werden dürften. Die katholische Kirche werde weiter im Dienst am kubanischen Volk stehen und vor allem den Schwächsten dienen. Die Bischöfe erklären außerdem ihre Bereitschaft, auf Wunsch bei der Schaffung von Räumen der Begegnung und Zusammenarbeit zum Wohle aller mitzuwirken.

(vatican news – sk)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

01. Februar 2026, 09:27