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Indische Christen beim Gebet Indische Christen beim Gebet  (ANSA)

Indiens Oberstes Gericht stoppt Zwangsumbettung von Christen

Der Oberste Gerichtshof Indiens hat die Exhumierung der Leichen indigener Christen in Dörfern im Bundesstaat Chhattisgarh vorläufig gestoppt. Die Anordnung des Gerichts bleibe bis zu einer endgültigen Entscheidung in dem Fall bestehen, berichtete das Nachrichtenportal „Times of India“ neben zahlreichen anderen indischen Medien am Donnerstag.

Christen werden in dem Bundesstaat nach Forderungen der hindu-nationalistischen Gruppierung „Sanatan Samaj“ (Ewiges Gesetz) auf eigene christliche Friedhöfe umgebettet. Das Gericht habe die Petition der Nichtregierungsorganisation „Chhattisgarh Association for Justice and Equality“ zugelassen. Diese kritisierte uneinheitliche Urteile des Gerichts in Bezug auf die Bestattung eines Pastors in seinem Dorf.

Zutrittsverbot für Missionare bleibt bestehen

Die christliche Minderheit in Chhattisgarh musste in dieser Woche zugleich einen juristischen Rückschlag hinnehmen. Der Oberste Gerichtshof wies am Montag eine Berufung gegen das Zutrittsverbot christlicher Missionare und Konvertiten zu Dörfern der Stammesgemeinschaften des Bundesstaats zurück. Auch das Zutrittsverbot geht auf Forderungen von „Sanatan Samaj“ zurück.

Das höchste Gericht von Chhattisgarh hatte im Oktober 2025 die Kläger gegen das Zutrittsverbot angewiesen, sich an die für die „Panchayat-Regeln“ zuständigen Behörden zu wenden. Die Bestimmungen regeln die Selbstverwaltung der Stammesgebiete. Das Gericht hatte zudem die Aufstellung von Schildern, die Christen den Zutritt zu Dörfern in Chhattisgarh verbieten, für verfassungskonform erklärt.

Christen sind Minderheit in Chhattisgarh

Rund 30 Prozent der 30 Millionen Einwohner Chhattisgarhs gehören der indigenen Stammesbevölkerung an. Ein großer Teil der Ureinwohner folgt traditionell-animistischen Religionen. Mehr als 90 Prozent der Einwohner sind Hindus; Muslime und Christen machen je rund zwei Prozent der Bevölkerung aus. Katholische Missionsorden, die in den Dörfern Schulen und Waisenhäuser betreiben, werden von Hindunationalisten unter dem Generalverdacht der Konvertierung der Stammesbevölkerung verfolgt.

(kna - cs)

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19. Februar 2026, 13:02