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Eine Vertriebene trägt Wasser zum Camp in der Grenzregion zwischen Zentralafrika und Kongo Eine Vertriebene trägt Wasser zum Camp in der Grenzregion zwischen Zentralafrika und Kongo  (AFP or licensors)

Zentralafrika: 30.000 Vertriebene an der Grenze zu Kongo

In der Region Zémio im Südosten der Zentralafrikanischen Republik hat sich die humanitäre Lage einheimischer Flüchtlinge verschlechtert. Das meldet der vatikanische Fidesdienst. Nach Angaben des Bischofskoadjutors von Bangassou, Aurelio Gazzera, hat die Zahl der Binnenvertriebenen inzwischen 30.000 erreicht.

Mehr als 2.000 von ihnen leben unter extrem prekären Bedingungen an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo, verteilt auf die katholische Mission von Zémio und die Stadt Zapaye jenseits der Grenze. Es fehlt an Nahrungsmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs. Kinder haben keinen Zugang zu Bildung.

Als Grund für die Vertreibungen gibt der Bischof die Gewalt an, die sich seit 15 Jahren in der Region ausbreite. Gazzera nennt vier bewaffnete Gruppen, die an der Grenze zwischen Zentralafrika und Kongo präsent sind: die Lord’s Resistance Army aus Uganda, die einheimischen Seleka-Milizen, die im Bürgerkrieg entstanden seien, sowie die Seleka-Splittergruppe Unité pour la Paix en Centrafrique („Einheit für den Frieden in Zentralafrika“) und die Milizen der Azandé Ani Kpi Gbé. Die beiden letzteren seien „als Bewegung zum Schutz der Bevölkerung entstanden, haben am Ende aber mehr Probleme geschaffen, als sie lösen wollten“, erklärt der aus Italien stammende Bischof, ein Unbeschuhter Karmelit, der seit mehr als dreißig Jahren als Missionar in der Zentralafrikanischen Republik wirkt.

„Die tiefen Ursachen des Leids angehen"

Hilfslieferungen stoßen Gazzera zufolge auf große Schwierigkeiten. Die Caritas sei zwar aktiv, aber die Unsicherheit der Transporte auf der schlecht befestigten Straße erhöhe sich. Bereits mehrfach seien „Mitarbeiter von NGOs auf dieser Straße angegriffen worden“, so der Bischof. Auch Gesundheitseinrichtungen blieben nicht verschont. Eine nachhaltige Lösung erfordere mehr als militärische Mittel. Es gelte, „die tiefen Ursachen des Leidens der lokalen Bevölkerung“ anzugehen.

Indessen hat Staatschef Faustin-Archange Touadéra seine dritte Amtszeit in der Zentralafrikanischen Republik angetreten. Er siegte bei der Präsidentschaftswahl Ende Dezember mit 76 Prozent der Stimmen, seine Mitbewerber sprachen von Wahlbetrug. Um dem amtierenden Staatschef eine weitere Amtszeit zu ermöglichen, war eine Verfassungsänderung nötig. Die Zentralafrikanische Republik gehört zu den ärmsten Ländern der Welt, gut zwei Drittel der Bevölkerung von etwa 5,5 Millionen Menschen leben unter der internationalen Armutsgrenze. Papst Franziskus hatte das Land 2015 besucht. 

(fides/vatican news – gs)

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14. Januar 2026, 11:38