USA/Japan: Bischöfe fordern Fortschritte bei nuklearer Abrüstung
In einer gemeinsamen Erklärung zum Inkrafttreten des Vertrags am 22. Januar 2021 riefen die Angehörigen der „Partnerschaft für eine Welt ohne Atomwaffen“ (Partnership for a World without Nuclear Weapons) die Atommächte zu messbaren Fortschritten auf. Die Bischöfe erklärten, der Vertrag habe sich trotz begrenzter rechtlicher Wirkung in den fünf Jahren seines Bestehens als starkes moralisches Signal erwiesen. „Wir hoffen auf seine weitere Ausbreitung durch zusätzliche Ratifizierungen“, heißt es in der Erklärung.
Eine Mehrheit der Staaten habe den Vertrag bereits unterzeichnet. Der Vatikan habe ihn im Juli 2017 als erster Staat ratifiziert – Ausdruck seines „unerschütterlichen Engagements für die vollständige Abschaffung von Atomwaffen“.
Kritik an den Atommächten
Zugleich kritisieren die Bischöfe die Atommächte scharf. Diese hätten ihre Verpflichtungen aus dem Atomwaffensperrvertrag von 1970 nie eingelöst. „Wir verurteilen die Tatsache, dass die Atomwaffenmächte ihre langjährigen Verpflichtungen zu ernsthaften Abrüstungsverhandlungen nie erfüllt haben“, erklärten sie. Stattdessen betrieben diese Staaten umfangreiche Modernisierungsprogramme, „um Atomwaffen für immer zu erhalten“.
Der Atomwaffenverbotsvertrag von 2021 sei „ein großer Schritt hin zum Licht des Friedens“. Die Staaten mit Atomwaffen hätten die moralische Pflicht, „auf die Stimmen der Mehrheit der Welt zu hören“ und auf jene, die durch „rücksichtslose Entscheidungen eines ihrer neun Anführer“ von Vernichtung bedroht seien. Das „nukleare Säbelrasseln Russlands“ im Krieg gegen die Ukraine mache diese Gefahr deutlich, ebenso die Krisen im Nahen Osten.
Zum Jahrestag fordern die Bischöfe die politische Führung weltweit auf, konkrete Ergebnisse vorzulegen. „Acht Jahrzehnte nuklearer Bedrohung sind viel zu lang“, erklärten sie mit Blick auf die in japanischen Atombombenmuseen dokumentierten Verbrechen. Es sei „längst an der Zeit“, greifbare Fortschritte zu erzielen.
Zitiert wird auch Robert McElroy, der im August in Hiroshima gesagt hatte: „Wir weigern uns, in einer Welt der nuklearen Verbreitung und des Risikospiels zu leben. Wir werden widerstehen, wir werden uns organisieren, wir werden beten, wir werden nicht aufhören, bis die Atomwaffenarsenale der Welt zerstört sind.“
Unterzeichnet ist die Erklärung von den japanischen Bischöfen Peter Michiaki Nakamura, Alexis Mitsuru Shirahama und Joseph Mitsuaki Takami und den beiden US-amerikanischen Bischöfen John C. Wester und Paul D. Etienne, der auch als Verfasser auftritt. Die Partnerschaft vereint unter anderem die Diözesen von Santa Fe, Seattle sowie Hiroshima und Nagasaki.
(pm – gs)
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