Seoul im Januar 2026 Seoul im Januar 2026 

Südkorea: Bürger-Netzwerk gegen neue Atomkraftwerke

Widerstand gegen Pläne der Regierung, zwei neue Atomkraftwerke zu bauen, regt sich in der koreanischen Zivilgesellschaft. Ein Bürgernetzwerk fordert den Rücktritt des Umweltministers, wie Fides berichtet.

Die Regierung in Seoul hatte zuvor angekündigt, bis 2038 zwei Kernkraftwerke bauen zu wollen, um die Stromversorgung des Landes zu erweitern. Der südkoreanische Umweltminister Kim Sung-whan gab dies bekannt. Ein staatliches Unternehmen soll demnach ein Ausschreibungsverfahren zur Standortsuche für die neuen Reaktoren einleiten, die bis 2038 fertiggestellt werden sollen.

Netzwerk fordert Rücktritt von Umweltminister

Das Netzwerk „Bürgeraktion für nukleare Abrüstung“, ein Zusammenschluss von 43 zivilgesellschaftlichen und religiösen Gruppen, protestiert gegen die Pläne. In einem öffentlichen Appell forderten sie Präsident Lee Jae-myung auf, die Entscheidung persönlich zu erläutern. Das Netzwerk fordert zudem den Rücktritt von Minister Kim. Er habe „seine Verantwortung für die nationale Sicherheit und den Umweltschutz vernachlässigt hat, indem er die Kernenergieerzeugung vorangetrieben hat“, wird das Netzwerk von Fides zitiert.

Die Regierung habe den schrittweisen Ausstieg aus der Kernenergie versprochen, erinnert die Bürgerinitiative, habe aber nun „aufgrund übereilter Meinungsumfragen und ohne ausreichende öffentliche Diskussion“ ihre Meinung geändert. Die Entscheidung sei „ein Verrat an den Bürger, die sich die Denuklearisierung sehnlichst gewünscht“ hätten.

Wiederaufnahme von Investitionen in Kernkraftwerke

Der neue koreanische Präsident Lee Jae-myung, der 2025 sein Amt antrat, hatte zunächst Investitionen in erneuerbare Energien vorgeschlagen und damit den Kurs seines Vorgängers Yoon Suk-yeol, der den Ausbau der Kernenergie geplant hatte, umgekehrt. Nun hat Lees Regierung grünes Licht für die Wiederaufnahme von Investitionen in Kernkraftwerke gegeben.

Nukleargeger verweisen im Zusammenhang mit dem Ausbau von Kernkraftwerken auf das Problem des radioaktiven Abfalls. Auch Sicherheitsbedenken werden laut. Laut der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) betreibt Südkorea 26 Kernkraftwerke, zwei weitere, Saeul-3 und Saeul-4, befinden sich im Bau. Die 26 Anlagen deckten 2024 31,7 Prozent des südkoreanischen Strombedarfs.

(fides – pr)
 

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28. Januar 2026, 10:00