Spanien: Pfarrei Adamuz öffnet nach Zugunglück ihre Türen
Das Unglück ereignete sich an diesem Sonntag, als zwei Hochgeschwindigkeitszüge entgleisten. Ein aus Málaga kommender Iryo-Zug sprang aus den Schienen und geriet auf das Gleis der Gegenrichtung, wo er mit einem Zug nach Huelva kollidierte. Die Behörden bestätigten bislang mindestens 39 Todesopfer, darunter einer der Lokführer, sowie über 70 Verletzte.
„Alles Verfügbare bereitgestellt“
Unmittelbar nach Bekanntwerden der Katastrophe reagierte Pfarrer Rafael Prados Godoy. Er öffnete nicht nur die Kirche, sondern stellte sämtliche Gemeinderäume für die Verteilung von Lebensmitteln und Hilfsgütern zur Verfügung. „Personal und Ressourcen stehen bereit, um im Rahmen des Möglichen Unterstützung zu leisten“, teilte der Pfarrer den staatlichen Behörden mit.
In der Nacht blieb die Kirche San Andrés durchgehend geöffnet. Gemeindemitglieder eilten herbei, um Heizungen einzuschalten und die Ankunft von Betroffenen vorzubereiten. Ein Teil der Gläubigen öffnete zudem das Vereinshaus des Chores „Virgen del Sol“, um dort heiße Getränke und Sandwiches auszugeben. „Alle Lebensmittelspenden der Caritas wurden dorthin gebracht“, erklärte der Pfarrer.
Gebete für Opfer und Angehörige
Auch die kirchliche Hierarchie zeigte sich tief betroffen. Der Bischof von Córdoba, Jesús Fernández, nahm sofort Kontakt zum Pfarrer von Adamuz und den Regierungsvertretern auf, um sein Beileid und seine Unterstützung zu bekunden.
In den sozialen Netzwerken drückte zudem der Bischof von Málaga, José Antonio Satué, seinen Schmerz aus: „Wir beten für die ewige Ruhe der Opfer, für die baldige Genesung der Verletzten und für ihre Familien.“
Komplette Streckensperrung
Der Vorfall hat massive Auswirkungen auf den spanischen Fernverkehr. Die staatliche Infrastrukturbehörde Adif setzte alle Hochgeschwindigkeitsverbindungen zwischen Madrid und Andalusien auf unbestimmte Zeit aus. Während die Ermittlungen zur Ursache der ersten Entgleisung laufen, bleibt der Ort Adamuz das Zentrum der zivilen und kirchlichen Nothilfe.
Die Einwohner des Ortes setzen ihre Arbeit an diesem Montag fort und nehmen weiterhin Passagiere auf, die mit Bussen von der Unfallstelle in die städtischen und kirchlichen Notunterkünfte transportiert werden.
(sir - mg)
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