Der erste Band der neuen Edition wird dem Papst überreicht Der erste Band der neuen Edition wird dem Papst überreicht 

Papst erhält wichtige Edition zu katholischer Soziallehre

Er war der Lehrer von Gioacchino Pecci, dem späteren Papst Leo XIII., und kann damit als einer der Väter der katholischen Soziallehre gelten. Jetzt wurde Luigi Taparellis sozialethisches Hauptwerk an Papst Leo XIV. übergeben.

Der neue Papst hat sich mit seiner Namenswahl dezidiert in die Nachfolge Leos XIII. gestellt, der mit seiner Enzyklika Rerum Novarum die soziale Frage zu einem zentralen Anliegen der katholischen Kirche machte.

Der Jesuit Luigi Taparelli d'Azeglio (1793-1862) unterrichtete den späteren Leo XIII. am Collegio Romano, der heutigen päpstlichen Universität Gregoriana. Unter anderem beauftragte er seinen Schüler damit, Philosophie am Collegium Germanicum et Hungaricum zu repetieren. Die großen Ideen Leos XIII. – nicht nur in der Soziallehre (Rerum Novarum), sondern auch zur Neuscholastik (Aeterni Patris) – wurden von Taparelli etwa fünfzig Jahre vor diesen bahnbrechenden Enzykliken konzipiert.


Er prägte den Begriff „Soziale Gerechtigkeit“

Seit Herbst 2021 wird an einer neuen zweisprachigen Ausgabe in sieben Bänden (Italienisch-Deutsch) der letzten Ausgabe des sozialethischen Hauptwerks Taparellis gearbeitet. Der „Saggio teoretico di diritto naturale appoggiato sul fatto“ (Eine theoretische Abhandlung über das natürliche Recht auf objektiver Grundlage) stammt aus dem Jahr 1855 – also 36 Jahre vor der Veröffentlichung von Rerum Novarum. Der erste Band der Neuedition des „Saggio“ erschien Ende September 2025. Der Herausgeber Marco Schrage, Mitarbeiter im Staatssekretariat, überreichte ihn Papst Leo XIV. bei einer Begegnung im Vatikan.

Der italienische Theologe Taparelli stammte aus Turin; 1814 trat er in den Jesuitenorden ein. Der Begriff „Soziale Gerechtigkeit“ wurde erstmals in seinem Werk „Naturrechtslehre“ von 1840 verwendet. Taparellis maßgeblicher Beitrag zur Herausbildung der katholischen Soziallehre ist im deutschen Sprachraum kaum bekannt.

(vatican news – sk)
 

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02. Januar 2026, 13:29