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In Venezuela wird indessen auch pro Maduro demonstriert. Kundgebung in Caracas am 7.1. für die Freilassung des Autokraten aus US-Gewahrsam In Venezuela wird indessen auch pro Maduro demonstriert. Kundgebung in Caracas am 7.1. für die Freilassung des Autokraten aus US-Gewahrsam 

Solidarität mit Venezuela in Ortskirchen Lateinamerikas

Spitzenvertreter der katholischen Kirche in ganz Lateinamerika haben angesichts der Krise in Venezuela ihre Solidarität mit den Gläubigen und der Kirche des Karibikstaats bekräftigt.

Die USA haten Venezuela in der Nacht zum 3. Januar 2026 militärisch angegriffen, Regierungschef Nicolás Maduro gefangen genommen und nach New York gebracht. Seither meldeten sich viele lateinamerikanische Bischofskonferenzen zu Wort und riefen zu Gebet für Venezuela sowie zu Dialog und Versöhnung in der Region auf. Schon am Montag, den 5. Januar, erklärte der lateinamerikanisch-karibische Bischofsrat CELAM, die Kirche in dem von den USA angegriffenen Land sei „nicht allein". Mit Verweis auf Papst Leo XIV. forderte der Bischofsrat die Achtung der Menschenwürde und die Überwindung von Gewalt. 

Brasilien und Mexiko

Danach erklärten die brasilianischen Bischöfe, sie stünden „geistlich vereint" mit den venezolanischen Gemeinden und seien solidarisch mit Opfern von Gewalt, Verletzten und trauernden Familien. Nur durch Dialog, Wahrheit und Gerechtigkeit sei es möglich, den Weg zu einem dauerhaften Frieden und zur Förderung des Gemeinwohls zu ebnen, wurde in der Mitteilung hervorgehoben.

Die mexikanischen Bischöfe hoben in ihrem Aufruf angesichts der Venezuela-Krise die Notwendigkeit hervor, auf Souveränität, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte zu achten. Sie unterstrichen die besondere Verantwortung gegenüber den Armen und riefen zu gemeinsamer Arbeit für Stabilität und Versöhnung auf, begleitet von Gebet und Hoffnung. Gott möge, hieß es in dem Schreiben, dem venezolanischen Volk „Gelassenheit, Weisheit und Stärke" geben.

Argentinien, Chile, Peru

Auch die Bischöfe der Andenländer Argentiniens, Chiles und Peru schickten Solidaritätsadressen: Die Argentinier wiesen auf die Notwendigkeit, den Rechtsstaat zu respektieren und die Armen zu schützen. Die chilenischen Bischöfe luden Gemeinden landesweit ein, in Messen und Gebeten besondere Intentionen für Frieden in Venezuela einzubringen, insbesondere für Migranten, die in Chile leben. In Peru rief Kardinal Carlos Castillo zu Gebeten um „Lösungen zugunsten des venezolanischen Volkes und nicht zugunsten irgendwelcher bestimmter Interessen" auf und wies auf die historische Solidarität zwischen beiden Ländern.

In einem an die argentinischen Bischöfe gerichteten Schreiben vom Mittwoch dankte die venezolanische Bischofskonferenz den Ortskirchen für die bekundete Nähe, Solidarität und das Gebet. Hervorgehoben wurden die Bedeutung von gemeinsamer pastoraler Arbeit inmitten der Krise und der Appell, in der Hoffnung auf ein friedliches und gerechtes Venezuela weiter zusammenzustehen.

Massenemigration aus Venezuela der vergangenen 10 Jahre

Die Venezuela-Krise ist nicht nur aufgrund der Sorge um einen möglichen Flächenbrand in der Region präsent in den lateinamerikanischen Staaten: Der Massenexodus aus dem verarmten Karibikstaat in den vergangenen zehn Jahren hat dazu geführt, dass es in den Nachbarländern teils große Bevölkerungsanteile von geflüchteten Venezolanern gibt, in Summe 6,7 Millionen Menschen. Die meisten davon haben sich in Kolumbien (2,8 Millionen), Peru (1,7 Millionen), sowie in Brasilien, Chile und Ecuador niedergelassen.

(kap – gs)

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08. Januar 2026, 13:14