Saudi-Arabien: Trauriger Hinrichtungs-Rekord
Das bedeutet einen neuen, traurigen Rekord für die Zahl von Hinrichtungen in einem einzigen Jahr im saudischen Königreich. Beobachter führen den Anstieg der Hinrichtungen größtenteils auf Riads andauernden „Krieg gegen Drogen“ zurück. Offiziellen Regierungsdaten zufolge wurden allein im Jahr 2025 243 Menschen in Drogenfällen hingerichtet.
Die Zahlen von 2025 markieren das zweite Jahr in Folge, in dem Saudi-Arabien einen neuen Rekord bei Hinrichtungen verzeichnet. 2024 hatten die Behörden 338 Menschen hingerichtet. Duaa Dhainy, Forscherin bei der Europäischen Saudi-Arabischen Organisation für Menschenrechte, sagte, die Rekordzahlen seien „ein Beweis dafür, dass Versprechen bezüglich Menschenrechtsreformen in Saudi-Arabien wertlos sind“. Die Hinrichtungen dienten als Botschaft der „Einschüchterung und Angst für alle“, einschließlich „Gastarbeiter, Minderjährige und politische Gegner“. Die in Berlin ansässige Organisation hob hervor, dass 2025 zum ersten Mal in einem Kalenderjahr mehr Ausländer als Saudis hingerichtet worden seien.
Einer der größten Märkte für Captagon
Saudi-Arabien hatte Ende 2022 die Hinrichtungen wegen Drogenvergehen wieder aufgenommen, nachdem die Todesstrafe in Drogenfällen rund drei Jahre lang ausgesetzt war. Die größte Volkswirtschaft der arabischen Welt ist auch einer der größten Märkte für Captagon, ein illegales Stimulans, das unter dem Machthaber Baschar al-Assad Syriens wichtigstes Exportgut war. Assad wurde im Dezember 2024 gestürzt. Seit Beginn des Drogenkriegs hat Saudi-Arabien die Polizeikontrollen auf Autobahnen und an Grenzübergängen verstärkt. Dort wurden Millionen von Tabletten beschlagnahmt und Dutzende von Drogenhändlern festgenommen. Ausländer sind bisher am stärksten von den Maßnahmen betroffen.
Eine offenere Gesellschaft?
Das Königreich am Golf steht wegen der Anwendung der Todesstrafe in der Kritik. Menschenrechtsgruppen verurteilen diese als exzessiv und im krassen Gegensatz zu den Bemühungen des Landes, sich international modern zu präsentieren. Riads Festhalten an der Todesstrafe untergrabe das Bild einer offeneren und toleranteren Gesellschaft, das im Zentrum der Reformagenda „Vision 2030“ von Kronprinz Mohammed bin Salman, dem faktischen Machthaber, steht.
Saudi-Arabien investiert massiv in die touristische Infrastruktur und in hochkarätige Sportveranstaltungen wie die Fußball-Weltmeisterschaft 2034, um seine vom Öl abhängige Wirtschaft zu diversifizieren. Die saudischen Behörden argumentieren jedoch, die Todesstrafe sei notwendig, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten, und werde erst verhängt, nachdem alle Rechtsmittel ausgeschöpft seien.
(ucanews – sk)
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