Straßenstrich Straßenstrich 

Rumänien: Kirchen warnen vor Legalisierung der Prostitution

Die katholische und die orthodoxe Kirche haben sich in Rumänien gegen eine geplante Legalisierung der Prostitution ausgesprochen. Anlass ist ein Gesetzesvorschlag, der derzeit im rumänischen Parlament diskutiert wird.

Die römisch-katholische Erzdiözese Bukarest äußerte sich am 13. Januar in einer offiziellen Stellungnahme besorgt über die gesellschaftlichen Folgen. „Welche Art von Gesellschaft wollen wir für die kommenden Generationen aufbauen?“, fragt die römisch-katholische Erzdiözese Bukarest in dem Kommuniqué. Zugleich ruft sie „die öffentlichen Behörden und die Zivilgesellschaft zu einem verantwortungsvollen Dialog auf, der die menschliche Person und ihre unveräußerliche Würde in den Mittelpunkt stellt, nicht verdächtige wirtschaftliche Interessen oder falsche gesetzgeberische Lösungen“.

Auch die Rumänisch-Orthodoxe Kirche hat sich besorgt gezeigt und die Gesetzesinitiative abgelehnt. Sie erinnert daran, dass Rumänien die Uno-Konvention zur Unterdrückung des Menschenhandels und der Ausbeutung der Prostitution unterzeichnet hat. „Die Legalisierung der Prostitution wird weder zur Ausrottung des Menschenhandels führen noch zur Beseitigung der sexuellen Ausbeutung noch zum Verschwinden der illegalen Prostitution“, so die Stellungnahme des orthodoxen Patriarchats.

„Die Legalisierung der Prostitution wird weder zur Ausrottung des Menschenhandels führen noch zur Beseitigung der sexuellen Ausbeutung noch zum Verschwinden der illegalen Prostitution“

In Rumänien war Prostitution bis 2014 durch das Strafgesetzbuch verboten. Seither gilt sie als bloße Ordnungswidrigkeit, Prostituierte können mit einer Geld- oder Ersatzfreiheitsstrafe belegt werden. Zuhälterei und Menschenhandel sind illegal.

Wie die „Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien" (ADZ) berichtet, hat der liberale Abgeordnete Ion Iordache einen Gesetzentwurf zur Legalisierung der Prostitution eingebracht. Ziel sei der Schutz der öffentlichen Gesundheit, die Bekämpfung des Menschenhandels und die Verlagerung der Tätigkeit aus dem illegalen Bereich. Laut Iordache existiere das Gewerbe faktisch, jedoch ohne Gesundheitskontrollen, Rechtsschutz und unter Einfluss krimineller Netzwerke. Bereits 2010 sei ein ähnlicher Versuch am Widerstand der Orthodoxen Kirche gescheitert.

(sir/kap – gs)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

14. Januar 2026, 14:11