Philippinen: Scharfe Kirchenkritik nach Müllhalden-Einsturz
Das Unglück sei kein Unfall, sondern die Folge von Gier, Vernachlässigung und systematischen Verstößen gegen die Rechte von Arbeitern. Das erklärte Bischof Gerardo Alminaza, Vorsitzender der Initiative Church People-Workers Solidarity (CWS), laut einem Bericht der Plattform licas.news von diesem Montag.
Der von einem privaten Unternehmen betriebene Binaliw-Müllplatz war am 9. Januar eingestürzt. Eine bis zu zwanzig Stockwerke hohe Müllmasse begrub Dutzende Müll- und Wartungsarbeiter unter Tonnen von Abfällen. Nach Angaben der Behörden wurden bislang sieben Todesopfer bestätigt, mindestens 29 Menschen gelten weiterhin als vermisst. Zwölf Arbeiter konnten lebend geborgen und in Krankenhäuser eingeliefert werden.
Kirche fordert umfassende Untersuchung des Unglücks
Rettungskräfte erklärten, die Hoffnung, weitere Überlebende zu finden, schwinde mit jedem Tag. Die Arbeiten wurden immer wieder unterbrochen, da sich der Müllberg weiter bewegte und Regen die Gefahr weiterer Einstürze erhöhte. Nach Ablauf der kritischen 72-Stunden-Frist bereiten sich die Einsatzkräfte darauf vor, den Schwerpunkt von der Rettung auf die Bergung von Leichen zu verlagern. Vor Ort warten Angehörige der Vermissten unter provisorischen Zelten auf Nachrichten. Etliche Familien beklagten fehlende Informationen und den Ausschluss vom Unglücksgelände.
CWS forderte eine sofortige, umfassende und transparente Untersuchung des Unglücks sowie eine Prüfung möglicher Verstöße gegen Arbeits- und Sicherheitsgesetze. „Arbeit ist heilig, weil der arbeitende Mensch heilig ist“, erklärte die Organisation. Wenn Sicherheit dem Profit geopfert werde und Menschen dadurch sterben, werde die Menschenwürde schwer verletzt.
(kap – sk)
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