Myanmar: Neue Kirche inmitten von Not und Gewalt
Die neue Kirche wurde laut Fides in der Diözese Myitkyina, der Hauptstadt des Bundesstaates Kachin im Norden Myanmars, errichtet und eingeweiht. Auch eine Grotte mit einer Statue der Muttergottes von Lourdes, der „Regina pacis“, gehöre dazu. Das neue Bethaus war notwendig geworden, um dem starken Zuwachs an Gläubigen zu begegnen, die insgesamt über 95.000 Gläubige zählen.
Lebendiger Glaube
Die Sankt-Johannes-Kirche und die Lourdes-Grotte seien „konkrete Symbole eines Glaubens, der im Konflikt lebendig bleibt, während das Volk der Kachin für Gerechtigkeit und Frieden kämpft“, zitierte der Fides-Dienst den Ortsbischof John Mung Ngawn La Sam, der die neue Kirche segnete. Der Kirchenbau unterstreiche, dass „die Gläubigen in Zeiten der Krise und der Not dazu aufgerufen sind, eine Gemeinschaft lebendiger Steine zu sein, wie es der Apostel Petrus in seinem ersten Brief sagt”, so La Sam.
Trost und Solidarität
An der Zeremonie nahm auch Kardinal Charles Bo, der Präsident der Katholischen Bischofskonferenz von Myanmar (CBCM), teil. Er beschrieb die neue Kirche als „ein zukünftiges Haus des Gebets, des Trostes und der Vergebung und einen Ort, von dem aus die Gemeinde ausgesandt wird, um das Evangelium zu verkünden”. „Die Mauern der Kirche“, so der Kardinal, „dienen nicht dazu, die Gemeinde einzuschränken, sondern sie zu schützen und zu nähren, damit sie Zeugin der Liebe, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt sein kann“.
Im andauernden Bürgerkrieg wurde das Gebiet Schauplatz gewaltsamer Auseinandersetzungen zwischen der Armee und ethnischen Milizen der Kachin. Die Zivilbevölkerung leide massiv unter der Gewalt, immer mehr Menschen sind auf der Flucht. Laut Quellen von Fides organisieren Kachin-Familien in der Region trotz Notstand regelmäßig Gebetstreffen in ihren Häusern, um sich gegenseitig zu unterstützen und Glauben und Hoffnung im Alltag aufrechtzuerhalten.
(fides – pr)
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