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Bild aus dem Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha Bild aus dem Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha  (AFP or licensors)

Kambodscha: Bischof beklagt Untätigkeit gegen Gewalt weltweit

Der führende katholische Bischofs Kambodschas beklagt das Schweigen der internationalen Gemeinschaft zu Krieg, Menschenrechtsverletzungen und dem Leid von Zivilisten weltweit. In einem Brief forderte Olivier Schmitthaeusler, der aus Frankreich stammende Apostolische Vikar von Phnom Penh, ein Ende von Gewalt und Untätigkeit.

Das englischsprachige Schreiben vom 12. Januar an die Agentur ucanews entstand vor dem Hintergrund zahlreicher aktueller Konflikte, Vertreibungen und des Verlusts internationaler Normen. Schmitthaeusler bezog sich unter anderem auf Spannungen an der kambodschanisch-thailändischen Grenze. Dort hätten wieder aufgeflammte Auseinandersetzungen und Territorialkonflikte seit Mitte 2025 Hunderttausende Menschen vertrieben. Viele lebten trotz eines Waffenstillstands weiterhin in provisorischen Lagern.

Zugleich verwies der Bischof auf eine US-Operation in Venezuela, bei der Spezialeinheiten Präsident Nicolás Maduro gefangen genommen hätten. „Die Welt debattiert über die Legitimität dieser amerikanischen Intervention in Venezuela … aber gleichzeitig zerstören thailändische Bulldozer die Häuser kambodschanischer Zivilisten“, heißt es in dem Schreiben. Schmitthaeusler fragte, ob die globale Macht weiterhin „in den Händen der Stärksten“ liege.

„Die Welt schweigt! Internationale Institutionen schweigen!“

Zur Veranschaulichung nannte der Bischof weitere Konfliktzonen wie die Ukraine, Gaza, Kambodscha und Venezuela. Diese Beispiele stünden für sich ausweitende humanitäre Krisen bei gleichzeitigen geopolitischen Debatten und institutioneller Untätigkeit. „Die Welt schweigt! Internationale Institutionen schweigen!“, schrieb Schmitthaeusler wörtlich.

Der Brief trägt den schlichten Titel „Still“. Darin greift der Bischof christliche Lehren und weihnachtliche Bilder auf. Er rief zu Gebet und moralischem Handeln auf und wies ein „Schweigen“ zurück, das Ungerechtigkeit fortbestehen lasse.

Schmitthaeusler steht seit 2010 an der Spitze des Apostolischen Vikariats Phnom Penh. Er leitet eine katholische Gemeinschaft in einem Land, in dem Christen weniger als ein Prozent der rund 18 Millionen Einwohner stellen, die mehrheitlich buddhistisch sind. Am Ende seines Schreibens äußerte der Bischof die Hoffnung, Gemeinschaften weltweit könnten zu „Häusern des Friedens werden, in denen Gerechtigkeit gelebt und Vergebung gepflegt wird“.

(ucanews – gs)

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14. Januar 2026, 12:45