Italien: Erzdiözese Mailand startet Initiative „For Each Other“
Die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d’Ampezzo finden vom 6. bis zum 22. Februar statt, gefolgt von den Paralympics vom 6. bis zum 15. März. Begleitend dazu hat die Mailänder Kirche ein umfangreiches Programm entwickelt, das bis Mitte März reicht und den Sportgeist mit christlichen Werten verknüpfen möchte.
Das „Kreuz der Sportler“ erreicht die Metropole
Ein zentrales Symbol der Initiative ist das „Kreuz der Sportler“. Das Holzkreuz wurde bereits 2013 von Papst Franziskus gesegnet und wandert seitdem von Austragungsort zu Austragungsort. An diesem Donnerstag wird es in einem feierlichen Gottesdienst an die Erzdiözese Mailand übergeben.
Den Eröffnungsgottesdienst in der Basilika San Babila leitet der Mailänder Erzbischof Mario Delpini. Die geschichtsträchtige Kirche aus dem 11. Jahrhundert im Herzen der norditalienischen Metropole wird während der gesamten Dauer der Spiele als offizielle „Kirche der Athleten“ fungieren.
Geistliche Heimat für internationale Gäste
Das Angebot von „For Each Other“ ist vielseitig und international ausgerichtet. Es soll mehrsprachige Gottesdienste geben und zwar in verschiedenen Sprachen. Damit soll der internationale Charakter der Spiele widerspiegelt werden. Ein wichtiger Beitrag ist der Werte-Dialog: In zahlreichen Pfarreien sind Ausstellungen und Podiumsgespräche mit Sportlern geplant, die sich mit den olympischen Grundwerten wie Freundschaft, Respekt und Fairplay auseinandersetzen. Es sollen auch thematische Rundgänge geben. Ehrenamtliche Begleiter führen Besucher auf speziellen Pfaden zu den bedeutendsten Gotteshäusern im historischen Zentrum Mailands. Was Jugendprojekte betrifft, so sollen besondere Bildungsangebote junge Menschen dazu anregen, Sport als Werkzeug für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu begreifen.
Sport für das Gemeinwohl
Unterstützt wird das Projekt maßgeblich von der vatikanischen Bildungs- und Kulturbehörde. Deren Präfekt, Kardinal José Tolentino de Mendonça, betonte die gesellschaftliche Relevanz des Projekts. Die Kirche wolle den sportlichen Wettbewerb keinesfalls infrage stellen, sehe sich aber in der Pflicht, einen „verantwortungsvollen Sport“ zu fördern.
„Die Kirche möchte dazu beitragen, dass der Wettbewerb nicht von Individualismus geprägt ist, sondern auf das Gemeinwohl hin ausgerichtet bleibt“, so der Kardinal. Ziel sei es, den Sport als Brücke zwischen den Kulturen zu stärken und den Fokus über den rein physischen Erfolg hinaus auf die menschliche Begegnung zu lenken.
(kna - mg)
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