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Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella  (ANSA)

Italiens Staatsoberhaupt greift Papst-Appell zu Frieden und Sprache auf

Italiens Präsident Sergio Mattarella hat in seiner Silvesteransprache am Mittwochabend ausdrücklich den Weihnachtsappell von Papst Leo XIV. aufgegriffen. Der Staatspräsident rief dazu auf, Hass und Gewalt zurückzuweisen und die Sprache zu entwaffnen.

Sergio Mattarella erinnerte daran, dass Papst Leo zu Weihnachten dazu aufgerufen habe, „den Hass, die Gewalt und die Konfrontation zurückzuweisen und Dialog, Frieden und Versöhnung zu praktizieren“. Der Papst habe zudem an die „Notwendigkeit erinnert, die Worte zu entwaffnen“. „Nehmen wir diese Einladung an“, erklärte Mattarella. Wo jede Situation zum Anlass für aggressive verbale Auseinandersetzungen werde, entstehe keine Mentalität des Friedens.

Der Staatspräsident hat in Italien vor allem repräsentative, moderierende und kontrollierende Aufgaben. Seine Rolle ist in der italienischen Verfassung stark auf Ausgleich und Stabilität angelegt, üblicherweise pflegen Italiens Staatspräsidenten eine aktive und positive Beziehung zum jeweiligen Papst.

Mattarella, der schon zu Leos Vorgänger Franziskus guten Zugang hatte, schloss sich auch der Aufrüstungsskepsis der beiden Päpste an. Angesichts der Bilder aus der Ukraine und Gaza wachse der Wunsch nach Frieden. „Immer unverständlicher und abstoßender wird die Ablehnung derer, die ihn verweigern, weil sie sich stärker fühlen“, sagte er.

Frieden sei jedoch nicht nur eine politische Aufgabe, sondern eine Haltung, fuhr der Präsident fort. Er sei „eine Art zu denken“: mit anderen zusammenzuleben, sie zu respektieren und ihnen nicht den eigenen Willen, die eigenen Interessen oder den eigenen Anspruch auf Dominanz aufzuzwingen. Diese Denkweise beginne im Alltag und betreffe das internationale ebenso wie das nationale Leben, jede Gemeinschaft und jedes Volk, so der italienische Staatspräsident.

Mattarella nutzte einen Teil seiner Silvesteransprache für einen Rückblick auf 80 Jahre modernes Italien: Das Land konstituierte sich 1946 als Republik. Der Präsident erinnerte an die Erarbeitung der Verfassung, an die Römischen Verträge, die 1957 den Beginn der europäischen Integration markierten, an „die Bedeutung des Sports für die Verbreitung positiver Werte“ wie auch an zurückliegende Mafia-Morde. Abschließend wandte er sich an die jungen Menschen. Angesichts von Armut, Ungleichheit, Korruption und Umweltverbrechen sprach er ihnen Mut zu und empfahl, anspruchsvoll zu sein. „Wählt eure Zukunft. Fühlt euch verantwortlich wie die Generation, die vor achtzig Jahren das moderne Italien aufgebaut hat.“

(vatican news – gs)

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01. Januar 2026, 11:41