Indonesien: Bischof kritisiert Militärpräsenz in Papua
Der Augustinerbischof Bernardus Bofitwos Baru aus Timika sagte laut Ucanews, die militärische Präsenz habe in der lokalen Bevölkerung Angst und Unsicherheit ausgelöst und störe das alltägliche und gemeinschaftliche Leben. Die Soldaten hätten Bewegungsbeschränkungen verhängt und traditionelle Aktivitäten wie Jagen, Gartenarbeit und Gemeinschaftsversammlungen behindert, gibt Ucanews den Bischof wieder, der ein ethnischer Papuaner und Menschenrechtsverteidiger ist.
Dialog, um Befriedung zu erwirken
Die „willkürlichen Restriktionen“ des Militärs hätten negative Auswirkungen auf die katholische Gemeinde, so Bischof Baru. Er forderte die Regierung auf, einen Dialog mit Vertretern der Gemeinde aufzunehmen, um der Bedrohung durch Rebellengruppen, darunter der „West Papua National Liberation Army“ (TPNPB), entgegenzuwirken.
Nach Angaben der Regierung sind etwa 12.300 Militärangehörige in Papua stationiert, dem indonesischen Teil von Papua-Neuguinea, der heute in sechs Provinzen unterteilt ist. Seit der Annexion durch Indonesien in den 1960er Jahren nach dem Ende der niederländischen Kolonialherrschaft durch ein Referendum leidet Papua unter einem bewaffneten Sezessionsaufstand und Gegenmaßnahmen des Militärs. Die Spannungen führten zu tausenden Toten und Vertriebene in der Region.
Welche Interessen?
Lokalen Medienberichten zufolge wird das Militär nicht nur zur Bekämpfung von Aufständen eingesetzt, sondern auch zum Schutz der Interessen von Wirtschaftsoligarchen, die sich mit der Errichtung von Farmen, Palmölplantagen und Minen befassen.
(ucanews – pr)
Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.