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Studenten aus Papua, die im Mai 2025 gegen Menschenrechtsverstöße in der Provinz demonstrierten Studenten aus Papua, die im Mai 2025 gegen Menschenrechtsverstöße in der Provinz demonstrierten  (ANSA)

Indonesien: Bischof kritisiert Militärpräsenz in Papua

Ein Bischof in der mehrheitlich christlichen Region Papua in Indonesien hat die „übermäßige Militärpräsenz“ in der Region kritisiert und auf die Notwendigkeit von Dialog verwiesen, um Spannungen mit Aufständigen zu lösen.

Der Augustinerbischof Bernardus Bofitwos Baru aus Timika sagte laut Ucanews, die militärische Präsenz habe in der lokalen Bevölkerung Angst und Unsicherheit ausgelöst und störe das alltägliche und gemeinschaftliche Leben. Die Soldaten hätten Bewegungsbeschränkungen verhängt und traditionelle Aktivitäten wie Jagen, Gartenarbeit und Gemeinschaftsversammlungen behindert, gibt Ucanews den Bischof wieder, der ein ethnischer Papuaner und Menschenrechtsverteidiger ist.

Dialog, um Befriedung zu erwirken

Die „willkürlichen Restriktionen“ des Militärs hätten negative Auswirkungen auf die katholische Gemeinde, so Bischof Baru. Er forderte die Regierung auf, einen Dialog mit Vertretern der Gemeinde aufzunehmen, um der Bedrohung durch Rebellengruppen, darunter der „West Papua National Liberation Army“ (TPNPB), entgegenzuwirken.

Nach Angaben der Regierung sind etwa 12.300 Militärangehörige in Papua stationiert, dem indonesischen Teil von Papua-Neuguinea, der heute in sechs Provinzen unterteilt ist. Seit der Annexion durch Indonesien in den 1960er Jahren nach dem Ende der niederländischen Kolonialherrschaft durch ein Referendum leidet Papua unter einem bewaffneten Sezessionsaufstand und Gegenmaßnahmen des Militärs. Die Spannungen führten zu tausenden Toten und Vertriebene in der Region.

Welche Interessen?

Lokalen Medienberichten zufolge wird das Militär nicht nur zur Bekämpfung von Aufständen eingesetzt, sondern auch zum Schutz der Interessen von Wirtschaftsoligarchen, die sich mit der Errichtung von Farmen, Palmölplantagen und Minen befassen.

(ucanews – pr)
 

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25. Januar 2026, 13:38