2018: Eine Demo in Jalandhar im Zusammenhang mit der Anklage gegen den damaligen Bischof 2018: Eine Demo in Jalandhar im Zusammenhang mit der Anklage gegen den damaligen Bischof  (AFP or licensors)

Indien: Lebensmittelkarten für Ordensfrauen

Die Behörden im südlichen Bundesstaat Kerala haben drei Ordensfrauen Lebensmittelkarten zukommen lassen. Eine der Ordensfrauen hatte in einem TV-Interview von finanziellen Schwierigkeiten berichtet.

Diese Schwierigkeiten sind nach Angaben der Ordensfrau aufgetreten, weil ihre Gemeinschaft die finanziellen Beiträge für die drei Frauen ausgesetzt habe. Behördenvertreter überreichten den drei Ordensfrauen am 14. Januar in ihrem Kloster in Kuravilangad die Lebensmittelkarten. In dem TV-Interview hatte Schwester Ranit Pallassery berichtet, sie und ihre zwei Mitschwestern hätten in letzter Zeit vor allem durch Schneiderarbeiten und landwirtschaftliche Aktivitäten innerhalb der Klostermauern überlebt.

Hintergrund dieser Umstände ist die Anklage, die Schwester Pallassery 2018 gegen den damaligen Bischof von Jalandhar im nördlichen Bundesstaat Punjab erhoben hatte. Sie warf Bischof Franco Mulakkal vor, sie bei Besuchen in ihrem Kloster in den Jahren 2014 bis 2016 wiederholt vergewaltigt zu haben. Mulakkal wurde im Januar 2022 zwar aus Mangel an Beweisen freigesprochen, trat aber Mitte 2023 vom Amt des Ortsbischofs zurück. Der damalige Papst Franziskus, der Mulakkal zuvor zu einem Gespräch empfangen hatte, nahm den Rücktritt ohne Angabe von Gründen an.

Hintergrund: Der Fall Mulakkal

Schwester Pallassery und die Regierung des Bundesstaats Kerala haben unabhängig voneinander Berufung gegen den Freispruch für Mulakkal bei Keralas Oberstem Gericht eingelegt. Der Fall ist dort weiter anhängig. In dem TV-Interview hatte die Ordensfrau kürzlich erstmals ihr Gesicht gezeigt. Journalisten gegenüber äußerte sie sich nun dankbar für die Lebensmittelkarten. Solche Karten geben in Indien nicht nur Zugang zu Lebensmittel- und Sozialhilfen, sondern dienen auch als Passersatz.

Ein katholischer Priester, der die Ordensfrauen unterstützt, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur ucanews, die Karten bedeuteten eine große Hilfe für die drei Ordensfrauen. „Sie haben jetzt ein legales Dokument, mit dem sie an staatliche Hilfen herankommen.“ Nach seinen Angaben hat die Gemeinschaft, der die drei Frauen angehören, schon vor zwei Jahren die Zahlungen an sie eingestellt und auch Spenden von Unterstützern nur teilweise an sie weitergeleitet. Die Ordensfrauen könnten nicht außerhalb des Klosters arbeiten, weil sie rund um die Uhr unter Polizeischutz stünden, so der Geistliche.

(ucanews – sk)
 

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16. Januar 2026, 12:11