Indien: Höchstgericht untersucht Gewalt gegen Christen
Konkret geht es um eine vollständige forensische Untersuchung einer 48-minütigen Audioaufnahme, wie das Nachrichtenportal „Times of India" am Donnerstag berichtete. Die Aufnahme soll eine Beteiligung des ehemaligen hindu-nationalistischen Ministerpräsidenten N. Biren Singh belegen.
Auch zugelassene Vergleichs-Sprachaufnahmen des Politikers liegen demnach vor und werden an die Nationale Universität für Forensische Wissenschaften in Gandhinagar weitergeleitet. Ein Anwalt der „Kuki Organisation for Human Rights" hatte die neuerliche Untersuchung der Audioaufnahmen durchgesetzt. Zuvor hatte eine staatliche Untersuchungskommission den ehemaligen Ministerpräsidenten Singh mit der Erklärung entlastet, die Audioaufnahmen seien manipuliert worden.
Gewalt in Manipur
Singh trat im Februar 2024 unter politischem Druck als Regierungschef zurück. Er gehörte der hindu-nationalistischen Indischen Volkspartei BJP von Premierminister Narendra Modi an. Die christliche Minderheit der Kuki spricht von einer Beteiligung staatlicher Stellen an der ethnisch-religiösen Gewalt von Manipurs Mehrheitsethnie, der hinduistischen Meitei, gegen die Kuki.
Die Gewalt in Manipur im Nordosten Indiens war im Mai 2023 ausgebrochen. Die Kuki protestierten gegen die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs von Manipur, den Meitei den Status einer indigenen Bevölkerungsgruppe zuzuerkennen. Dieser Status hätte für die hinduistischen Meitei wirtschaftliche und soziale Privilegien auf Kosten der Kuki bedeutet.
Nach offiziellen Angaben wurden damals 258 Personen getötet und mehr als 1.100 verletzt. Mehr als 60.000 Menschen flohen, über 500 religiöse Gebäude wurden zerstört oder beschädigt.
(kna/kap – gs)
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