Vertriebener in Lubero in Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo - Archivbild 2024 /Agenturfoto Vertriebener in Lubero in Nord-Kivu im Osten der Demokratischen Republik Kongo - Archivbild 2024 /Agenturfoto   (AFP or licensors)

Demokratische Republik Kongo: Neue Massaker im Osten

Mindestens 25 Menschen sind in Nord-Kivu bei einer Reihe von Angriffen getötet worden, die den Rebellen der Alliierten Demokratischen Kräfte (Allied Democratic Force, ADF) zugeschrieben werden. Seit dem 24. Januar lebt die Bevölkerung des Dorfes Musenge im Gebiet Lubero in Angst und Schrecken, wo laut dem vatikanischen Pressedienst Fides zahlreiche Häuser, ein Gesundheitszentrum und eine katholische Kirche niedergebrannt wurden.

Der Militärverwalter des Gebiets Lubero, Oberst Alain Kiwewa, sagte dem Fides-Dienst: „Ein Großteil der lokalen Bevölkerung ist auf der Flucht in die mindestens 30 Kilometer entfernte Stadt Butembo. Die aktuelle Opferzahl ist nur vorläufig. Wir warten auf weitere Informationen von den kongolesischen und ugandischen Sicherheitskräften, die in der Region im Einsatz sind, um eine vollständige Bilanz zu erhalten.“

Das Dorf Musenge gehört zur Region Mwenye, wo die ständigen Angriffe der Dschihadisten der ADF große Unsicherheit schaffen. Laut Angaben von zivilgesellschaftlichen Quellen haben frühere Angriffe in diesem Gebiet bereits mehr als 25 Todesopfer unter der Zivilbevölkerung gefordert und 63 Häuser in Brand gesetzt. 

Angriffe auch in Ituri

Die ADF greift zudem in der benachbarten Provinz Ituri an. Dort sollen in der Nacht vom 24. Januar mindestens drei Zivilisten bei einem doppelten Angriff auf die Dörfer Ahombo und Mangwalo im Gebiet Irumu getötet worden sein. Laut lokalen Quellen sind auch eine unbekannte Anzahl von Einwohner der beiden angegriffenen Dörfer verschwunden. 

Hintergrund

Seit Mai 2021 befinden sich die Provinzen Nord-Kivu und Ituri im Belagerungszustand. Kongolesische Streitkräfte (Forces Armées de la République Démocratique du Congo, FARDC) versuchen, die ADF und andere bewaffnete Gruppen zu bekämpfen, die seit Jahrzehnten in den beiden Gebieten ihr Unwesen treiben. Fünf Jahre nach Verhängung des Belagerungszustands scheint die Unsicherheit in den beiden Provinzen jedoch kein Ende zu nehmen. Vielmehr hat sich die Situation nach Ansicht des Klerus der Diözese Bunia, der Hauptstadt der Provinz Ituri durch die Verhängung des Militärregimes verschlechtert.

(fides - sst) 

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26. Januar 2026, 15:39