Caritas Europa bemängelt zu geringe Aufnahme von Flüchtlingen
Das teilte der katholische Dachverband am Dienstag in Brüssel mit. Dies bedeute einen Rückgang um 83 Prozent gegenüber den 61.000 Zusagen in den Jahren 2024 und 2025. Dabei biete die entsprechende EU-Verordnung für sogenannte Resettlements eine Chance, die Neuansiedlung von bereits anerkannten Schutzbedürftigen stabiler und berechenbarer zu gestalten und sicherere Einreisewege zu schaffen.
Caritas Europa beanstandet weiter, die für zwei Jahre zugesagten 10.430 Plätze entsprächen lediglich 0,4 Prozent der 2,5 Millionen Flüchtlinge, die nach Schätzungen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR allein im Jahr 2026 neu angesiedelt werden müssten.
Kandidaten sind u.a. Folteropfer
Resettlement ist ein international anerkanntes flüchtlingspolitisches Instrument und bedeutet Neuansiedlung von besonders schutzbedürftigen Flüchtlingen. Voraussetzung für eine solche Aufnahme ist, dass die Betreffenden durch das UNHCR schon als Flüchtlinge anerkannt sind und dass die Flüchtlinge weder in ihre Heimat zurückkehren noch im derzeitigen Aufnahmestaat bleiben können. Kandidaten sind beispielsweise Opfer von Folter oder Personen mit besonderem medizinischen Bedarf.
Seit Juni 2024 gibt es mit einer EU-Verordnung einen verbindlichen Rahmen für Resettlements. In Österreich gab es von 2013 bis 2017 humanitäre Aufnahmeprogramme zur Neuansiedlung schutzbedürftiger Flüchtlinge, meist aus Syrien und benachbarten Ländern, danach setzten die Regierungen in der Asylpolitik vor allem auf restriktive Maßnahmen wie zuletzt die Aussetzung von Familiennachzügen. In Deutschland gab es bis April 2025 ein Resettlement-Programm, das mit einem umfangreichen Auswahlverfahren in Verbindung zum regulären Visumverfahren verbunden war.
(kna/kap – gs)
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