800. Todestag Heiliger Franziskus: Tipps für Assisi-Pilger
Stefanie Stahlhofen - Vatikanstadt
„Der Höhepunkt wird natürlich das Franziskusfest sein, am 3. und 4. Oktober, mit dem Gedenken an den 800. Todestag. Aber es beginnt schon früher. Es wird gleich im Frühjahr einen besonderen Höhepunkt geben: Es wird das Grab des Franziskus geöffnet und die Reliquien zur öffentlichen Verehrung sichtbar gemacht werden. Und das zum allerersten Mal in der Geschichte wirklich für die Allgemeinheit. Das wird vom 1. bis zum 5. Fastensonntag, also Ende Februar bis Ende März, geschehen - und es sind schon mehr als 300.000 Personen angemeldet, die in der Zeit kommen wollen."
Einen Monat lang, vom 22. Februar bis zum 22. März 2026, werden in der Franziskus-Basilika in Assisi so zum ersten Mal die sterblichen Überreste des Heiligen Franziskus der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Es kommen mehr als 30 Mitbrüder der Franziskaner aus der ganzen Welt zum Helfen nach Assisi, und es gibt bisher auch bereits mehr als 70 freiwillige Helfer, berichtet Bruder Thomas. Der Zugang zur gesamten Basilika ist in diesem Zeitraum übrigens nur nach vorheriger Reservierung möglich. Zum Anmelden gibt es eine extra Internetseite, bisher auf Italienisch und Englisch:www.sanfrancescovive.org.
Verehrung der Reliquien bewusst vor Ostern
„Uns war wichtig, dass wir diese Ostensione, wie es auf Italienisch heißt, diese öffentliche Verehrung der Reliquien einbinden in ein theologisch-spirituell fundiertes Programm. Die Gruppen, die kommen und die sich anmelden, bekommen eine geistliche Einführung und noch mal einen eigenen Moment des Gebetes. Die Begegnung mit Franziskus - auch eben sichtbar in seinen sterblichen Überresten - soll die Menschen zu einer vertieften Erfahrung führen, zum eigenen Christsein im Geiste des Franziskus - und das Ganze gerade in der Fastenzeit, in der Vorbereitung auf Ostern", erklärt Bruder Thomas.
Papst Leo XIV. würdigt Franziskus als Friedensstifter
Papst Leo hat zur Eröffnung der Feierlichkeiten in Assisi, die bis zum 10. Januar 2027 dauern, am Wochenende einen Brief geschickt, in dem er den heiligen Franziskus als Friedensstifter würdigt - darüber haben sich die Franziskaner in Assisi natürlich besonders gefreut. Bruder Thomas erinnert daran, dass Papst Leo XIV. im November 2025 schon zu einem kurzen Besuch in Assisi war. Und er meint:
„Es wird sicherlich noch einen größeren offiziellen Besuch des Papstes in diesem Jahr irgendwann geben. Wann? Das ist noch nicht bekannt. Aber dass er diesen Akzent setzt und dieses Anliegen des Friedens betont, ist natürlich ganz in unserem Sinne... und letztendlich im Sinne des heiligen Franziskus, der sich als Friedensstifter verstanden hat, der Frieden gestiftet hat zwischen Menschen. Und der ins Heilige Land gereist ist in der Zeit der Kreuzzüge, um dort Frieden und Versöhnung zu verkünden. Also, es passt ganz genau in die Lebensbotschaft des Franziskus, und wir freuen uns, dass Papst Leo diesen Gedanken aufgreift."
Der Augustinerorden, dem Papst Leo XIV. angehört, stehe dem Franziskanerorden übrigens nahe:
„Das ist ja ein Orden, der unserem recht ähnlich und der zur selben Zeit entstanden ist. Wir sind mit den Augustinern vielerorts gut bekannt in der Welt, wo wir tätig sind. Es gibt da also ohnehin schon eine gemeinsame Ebene, und wir freuen uns, dass er diese Anliegen aufgreift. Wir werden sehen, was dann in diesem Jahr noch kommen wird."
Ablass im Jubiläumsjahr
Die zuständige Bußbehörde im Vatikan hat aus Anlass des Franziskus-Todes-Jubiläumsjahres einen vollkommenen Nachlass der Sündenstrafen (Ablass) gewährt. Er kann außer in Assisi gemäß den üblichen Bedingungen weltweit in jeder Franziskus geweihten Kirche erlangt werden. Bruder Thomas erinnert daran, dass es diese Möglichkeit schon immer gibt, in Assisi in der Basilika San Francesco und in der Portiuncula - so heißt das kleine Kirchlein innerhalb der Basilika Santa Maria degli Angeli in Assisi.
„Das ist ein besonderes Privileg, dass die Päpste Assisi verliehen haben. Aber das wird natürlich in diesem Jahr noch mal besonders betont und hervorgehoben - weil es ja gerade Franziskus war, der für die Kapelle in der Ebene hier unten dieses Privileg des Papstes bekommen hatte. Er wollte gerne allen die Möglichkeit geben, auch ohne ins Heilige Land oder sonst wohin zu pilgern, die Schuld und ihre Folgen (was ja beim Ablass das Thema ist) aufzuarbeiten und zu heilen."
Neuer Bischof für Assisi - ein Zeichen
Dieses Wochenende, pünktlich zum Beginn der Franziskus-Feierlichkeiten in Assisi, hat Papst Leo XIV. einen neuen Bischof für das Bistum Assisi-Nocera Umbra-Gualdo Tadino ernannt. Er hat den Rücktritt von Erzbischof Domenico Sorrentino, der mit 77 schon zwei Jahre über der Altersgrenze ist, angenommen. Zum neuen Bischof ernannte Papst Leo XIV. den bisherigen Erzbischof des süditalienischen Erzbistums Benevent, Felice Accrocca:
„Dass die Ernennung jetzt am Samstag bekanntgegeben wurde, war natürlich noch mal ein besonderer Akzent bei dieser Feierlichkeit zur Eröffnung des Jubiläumsjahres. Für uns ist es eine große Freude, denn Felice Accrocca ist sehr gut bekannt mit der ganzen franziskanischen Familie. Er ist einer der ausgewiesenen Kenner der franziskanischen Ordensgeschichte und Spiritualität und ist schon oft bei uns gewesen, auch als Referent bei Tagungen. Wir freuen uns sehr, dass er jetzt als Erzbischof hierher kommt."
Sein Amt als neuer Bischof von Assisi wird Felice Accrocca im März antreten. Domenico Sorrentino, der bisherige Bischof Assisis, der noch bis Amtsantritt seines Nachfolgers als apostolischer Administrator im Amt bleibt, wird am 19. März mit einer Messe in der Basilika Santa Maria degli Angeli verbaschiedet. Er war mehr als 20 Jahre Bischof der Diözese Assisi - Nocera Umbra - Gualdo Tadino und später auch des Nachbarbistums Foligno, das inzwischen vom Bischof Assisis mitbetreut wird. Zusammen zählen die Bistümer rund 150.000 Katholiken in etwa 100 Pfarreien.
Wichtige Informationen für Pilger
Der Leichnam des heiligen Franziskus wird zum Jubiläum aus seinem Grab in der Krypta geborgen und zu Füßen des Papstaltars in der Unterkirche der Basilika aufgebahrt. Anlässlich der Öffnung des Grabes und der Verehrung der sterblichen Überreste des Heiligen werden die Führungen durch die Unter- und Oberkirche mit Brüdern und Reiseleitern vom 15. Februar 2026 bis zum 6. April 2026, also bis einschließlich Ostermontag, ausgesetzt werden. Dieser verlängerte Zeitraum ergibt sich aus den erforderlichen Umbauarbeiten in der Basilika und im gesamten Konvent vor und nach der öffentlichen Verehrung der Reliquien, die vom 22. Februar bis zum 22. März dauert.
Der Zugang zur gesamten Basilika ist nur nach vorheriger Reservierung und gemäß den auf der Website der Veranstaltung angegebenen Modalitäten möglich. Weitere Informationen unter:www.sanfrancescovive.org
Vom 22. Februar bis zum 22. März 2026 werden auch die privaten Messen (Gruppenmessen oder Gebetszeiten) in den Kapellen des Sacro Convento ausgesetzt. Gottesdienste sind nur in Form von Konzelebrationen oder durch Teilnahme an den mehrsprachigen Messen, die alle in der Oberkirche stattfinden, zu folgenden Zeiten möglich: Montag bis Freitag um 07:30/09:00/11:00/15:00/17:00 Uhr - Samstags und sonntags um 7:00/9:00/11:00/13:00/15:00/17:00 Uhr.
Ab Palmsonntag ist der Besuch der Basilika wieder möglich, wenn auch ohne Führungen am 30.3., am 31.3., sowie am 1. April und - wie seit jeher üblich- finden ebenfalls ab Gründonnerstag bis Karsamstag keine Führungen statt. Die Gottesdienste werden, beginnend ab Palmsonntag, wieder wie gewohnt gefeiert.
Führungen mit Bruder Thomas
Auch im Jubiläumsjahr gibt es Führungen mit Bruder Thomas Freidel OFM Conv. in Assisi. Den Brüdern ist es nicht möglich, Führungen oder Gottesdienste an anderen franziskanischen Stätten in Assisi oder ausserhalb zu halten. Bei der Anmeldung sind vollständige Angaben bzgl. Datum, gewünschte Uhrzeit und Personenzahl nötig. Sonst ist keine Planung und Reservierung möglich. Auch die Adresse des Quartiers und die Dauer des Aufenthalts sind hilfreich. Führungen sind üblicherweise möglich um 9 oder 16 Uhr (auch 11 oder 14 Uhr), ja nach Vereinbarung. Die Führung dauert ca. eine Stunde. Für interessierte Gruppen ist auch ein erweiterter Rundgang durch die Kirche möglich, oder eine Führung durch das Museum der Basilika.
Der Treffpunkt ist immer vor dem Informationsbüro unter den Arkaden auf dem Platz vor dem Eingang zur Unterkirche von San Francesco. Wir holen dann gemeinsam im Büro die Kopfhörer zum Preis von 3,00 Euro pro Person. Gruppen mit eigenem Kopfhörersystem bitten wir um einen Beitrag von 2,50 Euro p.P. Diese Beträge sind keine Eintrittsgebühr, sondern dienen zur Unterhaltung und Restaurierung der Kirche. Die Führung selbst verstehen wir als einen seelsorglichen Dienst, für den wir am Ende des Rundgangs eine Spende erbitten.
Sonntags, sowie an weiteren Feiertagen ist der Besuch der Basilika möglich, aber es sind keine Führungen erlaubt. Alternativ bietet Bruder Thomas eine Begegnung an, bei der die wichtigsten Inhalte vermittelt werden.
Eucharistiefeiern in Assisi
Für Eucharistiefeiern stehen zur Verfügung: Der Grabaltar in der Krypta (nur werktags um 8 und 9 Uhr), sowie täglich von 8-18 Uhr immer zur vollen Stunde: die Kapelle frate Leone (bis 190 Pers.) und die Kapelle San Bonaventura (bis 60 Pers.). Diese liegen im Innenbereich des Klosters, Zugang über die Pforte neben dem Eingang zur Unterkirche. In den Kapellen können auch Wortgottesdienste ohne Kommunionfeier gehalten werden. Für grosse Pilgergruppen ist mit Sondererlaubnis die Zelebration in der Basilica möglich. Herzlich laden wir zudem ein, zum Besuch der Sonntagsmesse um 10.30 Uhr (in Ital.) oder um 9 Uhr (in Englisch), beides während der Sommerzeit in der Oberkirche, sowie zum Besuch der Konventmesse, werktags um 7.15 Uhr in der Unterkirche.
Assisi-Führungen in Buchform
Aus Bruder Thomas` Führungen sind zwei Bücher entstanden: „…und verkündet aller Kreatur…“, und „San Francesco in Assisi - Die Botschaft des heiligen Franziskus in Bildern“. Sie sind im Klosterladen im Innenhof hinter der Basilika erhältlich.
(pm/vatican news - sst)
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