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Roberto Gualtieri (Mitte) während unseres Interviews am Petersplatz Roberto Gualtieri (Mitte) während unseres Interviews am Petersplatz  (@Vatican Media)

„Bilanz des Heiligen Jahres ist sehr positiv“

Roms Bürgermeister Roberto Gualtieri zieht eine „sehr positive Bilanz“ des Heiligen Jahres. Das sagte er am Dienstag in einem Interview mit Vatican News.

„Es war und ist ein außergewöhnliches Jubiläum – dank der Teilnahme und des Geistes wahrer, greifbarer Hoffnung, den wir in den Millionen von Pilgern sahen, die nach Rom kamen und weiterhin kommen. Ich denke auch an die Millionen junger Menschen, die der Welt ein positives Gesicht zeigten. Es war ein Jubiläum von großer Bedeutung und tiefgreifenden spirituellen Werten, das Zeichen der Hoffnung weckte, wie Papst Franziskus es sich in seiner Ausrufungsbulle gewünscht hatte. Und es war ein sehr wichtiges Jubiläum für die Stadt, denn es trieb sie an, sich zu erneuern und zu wandeln.“

Tatsächlich konnte die Stadt Rom zum „Giubileo“ zahlreiche Infrastruktur-Maßnahmen durchführen, die den Menschen auch nach dem 6. Januar, dem offiziellen Ende des Heiligen Jahres, zugutekommen werden. Dazu gehört das Restyling des Platzes Piazza Pia zwischen Vatikan und Engelsburg sowie der Weiterbau der Metro.

Gualtieri 2024 mit dem damaligen Papst Franziskus auf dem Kapitol
Gualtieri 2024 mit dem damaligen Papst Franziskus auf dem Kapitol   (VATICAN MEDIA Divisione Foto)

 

Eine Anregung von Papst Franziskus

Gualtieri betont, die Stadt Rom habe mit ihren Baumaßnahmen eine Anregung von Papst Franziskus aufgenommen, die dieser bei seinem letzten Besuch auf dem Kapitol 2024 gegeben hatte. Franziskus sei es nicht nur um den religiösen Aspekt der Aussöhnung der Menschen mit Gott gegangen, sondern auch ganz konkret um eine Verbesserung der Lebensbedingungen der Römer, vor allem der ärmeren Bevölkerung am Stadtrand.

„Es gab mehrere Momente, die mich sehr bewegt haben. Zum Beispiel, als ich mit einigen Jugendgruppen der Heilig-Jahr-Feiern für Jugendliche gefrühstückt habe, die aus verschiedenen Teilen der Welt angereist waren. Dann hat mich der Moment der Beichte im Circus Maximus tief berührt. All die jungen Menschen in der Schlange, die Werte wie Frieden und Geschwisterlichkeit zum Ausdruck brachten. Sie verkörperten eine mögliche und reale Welt, die vielleicht im Widerspruch zu so vielen Bildern steht, die wir von einer Welt des Krieges, der Wegwerfgesellschaft und einer Welt sehen, der die Umwelt gleichgültig ist. Sie repräsentierten stattdessen eine mögliche und zugleich reale Welt – schöner, gerechter, solidarischer.“

Den Blick schon aufs nächste Heilige Jahr gerichtet

Als von der Regierung Meloni eingesetzter „Sonderkommissar für das Heilige Jahr“ habe er die zurückliegenden zwölf Monate als Zeit größter Verantwortung und oft auch enormer Anstrengungen erlebt. Zum Gelingen hätten unter anderem Tausende von freiwilligen Helfern beigetragen, so Gualtieri. Lobende Worte fand er für die Zusammenarbeit mit den vatikanischen Behörden. Ansonsten hält das sozialdemokratische Stadtoberhaupt den Blick schon fest auf das nächste Heilige Jahr gerichtet, zu dem es gar nicht so lange hin ist.

„Es wird ja bald ein weiteres Jubiläum geben, 2033: ein Heiliges Jahr, das an den Tod und die Auferstehung Jesu erinnert. Dies stärkt natürlich Roms Fähigkeit, Großveranstaltungen auszurichten, von denen viele gerade dem Heiligen Stuhl zu verdanken sind, der beispielsweise Gipfeltreffen zu Themen wie Frieden und Umwelt veranstaltet. Auch dies ist Teil des Mehrwerts der engen Zusammenarbeit zwischen Italien und dem Heiligen Stuhl. Wir haben viel Positives erreicht, doch der Erfolg des Heiligen Jahres beseitigt weder die Probleme noch die Armut oder die Ausgrenzung. Ich hoffe, dass diese positive Energie auch dazu beitragen wird, diese Probleme anzugehen und die Wunden und Spaltungen zu heilen. Die Gastfreundschaft unserer Stadt muss jetzt in die Bewältigung der vor uns liegenden Herausforderungen gelenkt werden.“

(vatican news - sk)
 

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31. Dezember 2025, 10:22