Ein in Genf entwickelter Roboter namens Robert Ein in Genf entwickelter Roboter namens Robert  (AFP or licensors)

Vatikan/UNO: Vorrang für die Menschenwürde und ethische Technologie

Die Ständige Beobachtermission des Heiligen Stuhls hat sich im Rahmen des hochrangigen Segments des Wirtschafts- und Sozialrats der Vereinten Nationen (ECOSOC) im Juli 2026 in New York geäußert. Unter dem Leitthema „Besser liefern: Dringliche und transformative Maßnahmen zur Erreichung der SDGs bis 2030 beschleunigen“ legte die Delegation die vatikanische Sichtweise auf den globalen Entwicklungsstand und die Rolle neuer Technologien dar.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Die Delegation betonte zu Beginn des Statements, dass der Fortschritt der menschlichen Entwicklung direkt vom politischen Willen der Nationalstaaten abhänge. Es wurde auf eine Aussage von Papst Leo XIV. verwiesen, wonach sich die Geschichte positiv verändern lasse, wenn die Würde jedes einzelnen Menschen beachtet werde. Echte Entwicklung müsse die Befreiung der Völker von Hunger, Krankheit, Analphabetismus und Entbehrung umfassen. Auf wirtschaftlicher Ebene bedeute dies eine gleichberechtigte Teilhabe an globalen Prozessen, im sozialen Bereich den Aufbau von bildungsorientierten und solidarischen Gesellschaften sowie auf politischer Ebene die Stärkung demokratischer Institutionen zur Sicherung von Freiheit und Frieden.

Fehlentwicklungen

Trotz des realen wirtschaftlichen Wachstums, das weltweit Menschen aus der extremen Armut befreit habe, wies der Heilige Stuhl auf Fehlentwicklungen hin. Dazu gehörten die wachsende Ungleichheit zwischen und innerhalb von Staaten sowie das Entstehen neuer Armutsformen. Um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten, müsse die internationale Gemeinschaft diese Fehlentwicklungen bekämpfen. Jede gerechte Gesellschaft gründe sich auf der Anerkennung der unverletzlichen Würde der Person. Diese Würde gehe staatlichen Zugeständnissen voraus und dürfe nicht von gesellschaftlichen Konsensänderungen abhängig gemacht werden.

Gesellschaftliche Transformationen

Ein zentraler Teil der Erklärung widmete sich der zunehmenden Bedeutung der künstlichen Intelligenz in den Debatten über gesellschaftliche Transformationen. Technologie besitze zwar das Potenzial, den Fortschritt bei den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) zu beschleunigen. Der Heilige Stuhl mahnte jedoch an, dass kein Transformationsprozess, der die Würde des Menschen beeinträchtigt, als tatsächliche Verbesserung gewertet werden könne, unabhängig von seiner Effizienz oder Rentabilität. Ein solcher Ansatz würde der Agenda 2030 widersprechen, die den Menschen in den Mittelpunkt aller Entwicklungsanstrengungen stellt.

Abschließend hielt die Delegation fest, dass der Maßstab für Fortschritt nicht im Grad der technologischen Entwicklung liege, sondern in deren Nutzen für das Gemeinwohl. Unter Berufung auf Papst Leo XIV. erklärte der Heilige Stuhl, dass dauerhafter Frieden und eine ganzheitliche, nachhaltige Entwicklung nur durch die Beteiligung aller Akteure sowie durch internationalen Dialog und Zusammenarbeit erreicht werden können.

(vatican news)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

14. Juli 2026, 11:38