Kardinal Zuppi in der Ukraine: Mission für den Frieden und Besuch
Mario Galgano und Salvatore Cernuzio - Vatikanstadt
Die Reise startete mit dem Besuch der Hafteinrichtung Zachid-1. In dieser ehemaligen sowjetischen Anlage sind Personen untergebracht, die in den Reihen der russischen Armee gekämpft haben und auf dem Schlachtfeld gefangen genommen wurden. In Begleitung des Apostolischen Nuntius Visvaldas Kulbokas und des ukrainischen Botschafters beim Heiligen Stuhl, Andrii Yurash, besichtigte Zuppi die Räumlichkeiten, darunter Unterkünfte, sanitäre Anlagen, eine Krankenstation und eine Kapelle. Der ukrainische Botschafter erklärte dazu auf seinen Social-Media-Kanälen, die Offenheit der Struktur zeige die Einhaltung internationaler Standards durch die Ukraine sowie die Bereitschaft zum Dialog.
Während des Rundgangs suchte der Kardinal das direkte Gespräch mit den Inhaftierten, unter denen sich neben russischen Staatsbürgern auch Angehörige zahlreicher anderer Nationen befinden. Er überreichte den Gefangenen Präsente, darunter ein Bildnis der Salus Populi Romani und einen Schlüsselanhänger mit dem päpstlichen Wappen. Zuppi verknüpfte die Übergabe mit der Botschaft, der Schlüsselanhänger stehe für die Hoffnung, „dass Sie bald den Hausschlüssel benutzen können, um Ihr Heim zu öffnen und Ihre Lieben zu umarmen“. Zudem betonte er, dass der Papst für den Frieden und ein baldiges Ende des Krieges bete.
Diplomatische und humanitäre Mission
Die aktuelle Reise schließt an eine diplomatische und humanitäre Mission aus dem Sommer 2023 an. Seinerzeit führte der Auftrag den Kardinal nach Kyiv sowie in den Folgemonaten nach Moskau, Washington und Peking. Zu den erklärten Zielen dieser Initiativen gehören neben der Bezeugung von Beistand die Unterstützung von Mechanismen zur Freilassung von Gefangenen, die Rückführung ukrainischer Kinder aus Russland sowie die Heimschaffung von Gefallenen.
Zum Abschluss des Lagerbesuchs leitete Zuppi ein gemeinsames Gebet in der anstaltsinternen Kapelle. Dabei rief er die Anwesenden dazu auf, trotz erlebter Widrigkeiten die Hoffnung auf einen Neuanfang zu bewahren und dem Hass keinen Raum zu geben.
(vatican news)
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