Der Papst ist zurück in Castel Gandolfo Der Papst ist zurück in Castel Gandolfo

Albano: „Wir sind sehr geehrt von der Präsenz des Heiligen Vaters"

Der Bischof von Albano freut sich, dass mit Leo XIV. wieder ein Papst regelmäßig in Castel Gandolfo zu Gast ist. Das sei eine Ehre für die ganze Diözese, sagte uns Vincenzo Viva. Am Samstag richtet das Bistum, in dem Castel Gandolfo liegt, ein klassisches Konzert für Leo aus, eine Geste des Dankes für den Papst, der in „ein ganz neues Leben“ hineinzufinden hatte.

Gudrun Sailer – Albano

Papst Leo macht Urlaub: Den Juli verbringt er in Castel Gandolfo, dem Anwesen hoch über dem Albaner See, in dem Päpste seit genau 400 Jahren sich gerne im Sommer aufhalten. „Die Präsenz des Heiligen Vaters in diesem ersten Jahr seines Pontifikats ist doch sehr bedeutend für unsere Kirche gewesen“, so Bischof Viva. „Er ist ja nicht nur in der Sommerzeit hier bei uns, sondern während des ganzen Jahres hat er jede Woche seinen freien Tag hier erlebt.“

Leos Vorgänger Franziskus hatte seinen Urlaub während seiner zwölf Jahre als Papst jeweils zu Hause verbracht, im Vatikan, Leo aber entspannt mit Vorliebe in Castel Gandolfo, und der Bischof versteht, warum: „Es ist ein besonderes Zusammenspiel von Natur und Archäologie, auch die Gelegenheit, Sport zu treiben, wie er ja selbst gesagt hat. Er ist ein sportlicher Papst und das ist sehr schön. Wir empfinden das als eine große Ehre und eine große Freude, die Bevölkerung hier ist sehr geehrt von der Präsenz des Heiligen Vaters.“

Ein zweisprachiger Bischof

Vincenzo Viva ist ein zweisprachiger Bischof. Er stammt nicht etwa aus Südtirol, sondern aus Süditalien, ist aber in Frankfurt am Main geboren und aufgewachsen. Als Teenager kam er mit der Familie zurück nach Apulien, wurde Priester und Moraltheologe. Papst Franziskus berief ihn 2021 zum Bischof von Albano.

Bischof Vincenzo Viva von Albano
Bischof Vincenzo Viva von Albano

Das Bistum an der alten Via Appia entstand schon im 4. Jahrhundert und ist historisch eine wichtige, mit Rom verbundene Diözese. Mit dem Bistum Rom teilt sich Albano auch eine weltweite Besonderheit: die gewohnheitsmäßige Anwesenheit eines Papstes – im Vatikan und in Castel Gandolfo.

Im Bistum, das 500.000 Gläubige zählt, ist man sich dieser Besonderheit bewusst und pflegt sie gerne. Dieser Tage geht es deshalb arbeitsam zu: Es laufen die letzten Vorbereitungen für das Konzert klassischer Musik, das die Diözese Samstagabend für Leo XIV. ausrichtet.

400 Gäste im Haus des Papstes

„Wir haben die Ehre, dass während dieser Sommerzeit, die im Juli eigentlich eine Zeit der Ruhe für den Papst sein sollte und sein muss, die Türen seines Hauses geöffnet hat, des Apostolischen Palastes in Castel Gandolfo“, freut sich der Bischof. Mehr als 400 geladene Gäste werden dazu in den Patio des Palastes strömen, ein Orchester mit 55 Musikern und Musikerinnen spielt Paganini und Bellini mit je einer Solistin an der Violine und am Flügel.

„Das ist eine Hommage, die wir als Diözese dem Papst widmen möchten“

„Das ist eine Hommage, die wir als Diözese dem Papst widmen möchten, nach diesem anstrengenden ersten Jahr, den er als Papst erlebt hat“, erklärt der Bischof. „Er musste in ein ganz neues Leben hineinfinden, eine neue Rolle, eine neue Aufgabe in einer Weltkirche, auch mit den großen Reisen, die er in diesem ersten Jahr gemacht hat.“ Und da sei es ihm und seiner Diözese ein Anliegen gewesen, ihm mit diesem Konzert eine Freude zu machen, „weil wir ja auch entdeckt haben in diesem ersten Jahr, dass er Musik liebt und auch klassische Musik liebt.“

Die Kathedrale des Bischofs von Albano grenzt gleichsam an den südlichen Ausläufer der Gärten der päpstlichen Sommerresidenz. Eine Nachbarschaft, die in diesem Sommer wieder mit Leben erfüllt ist – und die für die Diözese Albano weit mehr bedeutet als die Rückkehr einer alten päpstlichen Tradition: Sie versteht den Aufenthalt Leos XIV. als Zeichen der Nähe und der Verbundenheit zwischen Papst und Ortskirche.

(vatican news – gs)

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17. Juli 2026, 12:19