Petersplatz: Krebskranke Kinder schmücken diesjährigen Weihnachtsbaum
Vatican News
Der traditionelle Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz wird in diesem Jahr zu einem Symbol für Hoffnung, Lebensmut und Heilung. Die Dekorationen für die rund 25 Meter hohe Weißtanne stammen von Kindern, die in italienischen Krankenhäusern wegen Krebserkrankungen behandelt werden. Die jungen Patienten gestalten die Anhänger aus Ton selbst, und verleihen dem Baum damit eine ganz persönliche und berührende Note.
„Die Welt, die ich mir wünsche“
Das Projekt trägt den Titel „Die Welt, die ich mir wünsche“. Umgesetzt wird es von der der „Gräfin-Lene-Thun-Stiftung“. Wie das Governatorat des Staates der Vatikanstadt mitteilte, entstehen die Dekorationen in den Keramiktherapie-Kursen der Stiftung, die regelmäßig in kinderonkologischen und hämatologischen Abteilungen italienischer Krankenhäuser abgehalten werden. Die kreative Arbeit soll den Kindern während ihrer Behandlung als psychologische Unterstützung dienen und ihnen Raum für Ausdruck, Austausch und Zuversicht geben.
Die Thun-Stiftung wurde 2006 gegründet und betreibt inzwischen 56 Werkstätten in 36 medizinischen Einrichtungen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben mehr als 80.000 Kinder und ihre Familien an den Projekten teilgenommen. Der Weihnachtsbaum selbst wird von der Gemeinde Terranova di Pollino in der süditalienischen Provinz Potenza gestiftet.
Krippe nach abruzzesischer Tradition
Auch die Weihnachtskrippe auf dem Petersplatz wird in diesem Jahr von regionalen Traditionen geprägt sein. Sie entsteht in Zusammenarbeit mit der Erzdiözese Chieti-Vasto, der Vereinigung „Amici del Presepe“ aus Atessa, der Freien Künstler-Bruderschaft sowie dem Bildungszentrum Justizvollzug „Santi Pietro e Paolo“ in Vasto.
Die Darstellung verbindet die biblische Weihnachtsgeschichte mit dem ländlichen Erbe der Region Abruzzen. Die Krippe zeigt eine einfache Hütte mit Strohdach, die an die traditionellen „Pagliarelli“ erinnert: einfache Behausungen aus Erde und Stroh, wie sie einst von Bauern genutzt wurden. Zahlreiche Hirtenfiguren in typischer regionaler Tracht sowie Terrakotta-Schafherden prägen das Bild.
Das schwarze Schaf...
Auffällig ist die Darstellung eines schwarzen Schafes, das für die göttliche Barmherzigkeit steht: für jene Menschen, die sich verloren fühlen, aber dennoch nicht von Gottes Liebe ausgeschlossen sind. Über der Szene erhebt sich ein Turm mit einem Engel, der die Geburt Christi verkündet. Er verweist auf den biblischen „Migdal Eder“, den sogenannten „Herdenturm“, der in der christlichen Tradition mit der Offenbarung des Messias verbunden wird.
Maritime Krippe in der Audienzhalle
Eine weitere Krippendarstellung wird in der Audienzhalle aufgebaut werden. Sie stammt von der Stiftung „Karneval von Viareggio“ und greift die maritime Kultur der toskanischen Küstenstadt auf.
Die Geburt Christi wird dabei in einen maritimen Kontext eingebettet, wo die Elemente des Meeres und des Fischerlebens symbolischen und spirituellen Wert erhalten. Besondere Bedeutung kommt der Figur des heiligen Josef zu, der als Hüter der Zerbrechlichkeit und des Lichts dargestellt wird, während die Heiligen Drei Könige, neu interpretiert als Fischer, Geschenke mit Bezug zum Meer darbringen, die an Gemeinschaft, Gastfreundschaft und Überfluss erinnern.
Mit den diesjährigen Weihnachtsinstallationen verbindet der Vatikan Tradition, Kunst und soziale Verantwortung. Besonders die Beteiligung schwerkranker Kinder macht den Weihnachtsbaum auf dem Petersplatz zu einem eindrucksvollen Zeichen der Hoffnung - weit über die Grenzen Italiens hinaus.
(vaticannews – skr)
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