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Vatikan warnt vor digitalem Kolonialismus bei Gesundheitsdaten

Der Heilige Stuhl hat sich anlässlich des 3. offenen Expertentreffens zur Überarbeitung der Deklaration von Taipeh zu den ethischen Herausforderungen im Umgang mit medizinischen Datenbanken und Biobanken geäußert. In einem Schreiben, das im Namen von Papst Leo XIV. durch Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin an den Kanzler der Päpstlichen Akademie für das Leben, Erzbischof Renzo Pegoraro, übermittelt wurde, würdigt der Vatikan die Bemühungen des Weltärztebundes.



Mario Galgano - Vatikanstadt

Das Schreiben nimmt direkten Bezug auf die Enzyklika „Magnifica humanitas“ von Papst Leo XIV.. Das Kirchenoberhaupt stelle darin fest, dass eine Form von Kolonialismus entstanden sei, die darauf abziele, das persönliche Leben von Individuen in verwertbare Daten zu transformieren, erinnert Parolin. Aufgrund der fortschreitenden Entwicklung der Technologie sei die Aktualisierung bestehender Sicherheits- und Datenschutzrichtlinien zu einer dringenden Aufgabe geworden. 

Die theologische und ethische Argumentation des Vatikans zielt darauf ab, dass jeder Mensch als Abbild Gottes geschaffen und somit ein einzigartiges Individuum von Wert sei. Aus diesem Grund bestehe die Notwendigkeit, Personen vor Ausbeutung und Kommerzialisierung zu schützen, die darauf abzielten, den Menschen auf eine bloße Serie von Daten zu reduzieren.

Zum Abschluss der Botschaft ermutigte der Papst die Fachleute bei ihrer Arbeit. Die Beratungen des Expertentreffens sollten dazu beitragen, die Würde des Menschen sowie das geteilte Wissen als Fundamente für das Gemeinwohl zu stärken. Die Botschaft schließt mit den Segenswünschen des Papstes für alle Beteiligten der Konferenz.

(vatican news)

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02. Juni 2026, 11:40