Suche

Das zweite Außerordentliche Konsistorium - also Kardinalstreffen - von Papst Leo XIV. fand Freitag und Samstag in der Vatikanischen Audienzhalle statt Das zweite Außerordentliche Konsistorium - also Kardinalstreffen - von Papst Leo XIV. fand Freitag und Samstag in der Vatikanischen Audienzhalle statt  (@Vatican Media)

Kardinäle beraten über Synodalität, Volk Gottes und Priesterbild

Bei der vierten Sitzung des außerordentlichen Konsistoriums (26. bis 27. Juni 2026) haben die Kardinäle der Weltkirche an diesem Samstagnachmittag mit Papst Leo über kirchliche Kernthemen beraten. Leitthema war Synodalität, daran anknüpfend die Frage nach dem Zusammenspiel zwischen hierarchischer Kirche und Volk Gottes sowie das Bild des Priesters.

Das teilte der Vatikanische Pressesaal am Samstagnachmittag über die vierte Sitzung der Kardinäle mit, die den Angaben zufolge eine Stunde dauerte. Die Kardinäle seien sich einig gewesen über die Notwendigkeit, „die asketischen und historischen Dimensionen der Synodalität weiter zu vertiefen und in die Praxis umzusetzen“, heißt es in der Mitteilung. Mit Blick auf das Weihepriestertum der Kirche hätten die Kardinäle den Wunsch geäußert, „ein schönes, kreatives, evangelisches und zugleich nicht-klerikales Bild des Priestertums zu vermitteln“.

„Außerdem wurde darüber gesprochen, wie die hierarchische Kirche und das Volk Gottes beide auf unterschiedliche Weise an der Unterscheidung dessen mitwirken, was der Heilige Geist der Kirche sagt“

Diskutiert worden sei auch die Gefahr, dass komplexe Formen der Beratung die Kirche belasten könnten. „Außerdem wurde darüber gesprochen, wie die hierarchische Kirche und das Volk Gottes beide auf unterschiedliche Weise an der Unterscheidung dessen mitwirken, was der Heilige Geist der Kirche sagt“, heißt es in der Mitteilung aus dem Vatikan weiter. Als letztes am Samstag verhandeltes Thema erwähnt das Kommuniqué den Beitrag und die Beteiligung der Ostkirchen „mit ihrer synodalen Erfahrung an dem Weg, auf dem die gesamte Kirche unterwegs ist“.

Kardinal Mario Grech, der Generalsekretär der Bischofssynode, hatte das Einführungsreferat des vierten Treffens gehalten. Dabei sprach er über den bisher zurückgelegten Weg der Kirche im synodalen Prozess sowie über die nun bevorstehende Umsetzung, die „eine lebendige und partizipative Erfahrung der Verbindung zwischen dem Heiligen Geist und der Kirche“ sein müsse. Es gehe darum, die Früchte der synodalen Erfahrung zu ernten, die noch notwendigen Veränderungen zu identifizieren und die gewonnenen Erkenntnisse schrittweise in den Alltag der Gemeinschaften zu integrieren.

Bischöfe und Kardinäle im synodalen Prozess der Weltkirche

In diesem Prozess spielt Grech zufolge der Bischof „eine unersetzliche Rolle“, weil er die Hauptverantwortung für den synodalen Weg in der ihm anvertrauten Kirche trage. Viele andere Gläubige arbeiteten mit dem Bischof dabei zusammen.

Den im Vatikan versammelten Mitbrüdern im Kardinalamt sagte Grech, der synodale Weg brauche ihre Unterstützung, ihre Unterscheidungskraft, ihre Nähe und ihre Führung. „Es geht darum, die Prozesse der Rezeption zu fördern, dabei zu helfen, Missverständnisse und Ängste zu überwinden, und ein Klima des Vertrauens und der Gemeinschaft zu begünstigen. Die Umsetzungsphase erfordert eine gemeinsame Weisheit“, so Grech.

(vatican news – gs)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen..

27. Juni 2026, 18:00