Seligsprechungen: Spanische Bürgerkriegs-Märtyrer und Patriarch
Benedetta Capelli – Vatikanstadt
Als „ehrwürdige Diener Gottes“ – die Vorstufe zur Seligsprechung – wurden der Salesianermissionar Costantino Vendrame, der kamerunische Karmelit Jean-Thierry vom Kinde Jesu, die spanische Ordensfrau María Ana Alberdi Echezarreta und der sardische Kapuziner-Laienbruder Nazareno von Pula bestätigt.
Die 80 Märtyrer von Santander
Francisco González de Córdoba und seine 79 Gefährten erlitten während des Spanischen Bürgerkriegs und der damit einhergehenden Religionsverfolgung in den 1930er-Jahren den Tod. Die Grausamkeit der Verfolger war immens: Einige der Opfer wurden mit gefesselten Händen und Füßen und an den Körper gebundenen Steinen im Meer ertränkt. Andere starben unter elenden Bedingungen auf dem berüchtigten Gefangenschiff „Alfonso Pérez“, wurden nach ihrer Erschießung verbrannt oder erlagen den Entbehrungen in provisorischen Internierungslagern. Unter den 80 Märtyrern befanden sich 67 Priester, drei Karmelitenbrüder, drei Seminaristen und sieben Laien. Sie alle waren ihrer Herde in der Zeit des Krieges treu geblieben.
Stellvertretend für sie steht die Geschichte von Francisco González de Córdoba. Als Pfarrer von Santa María del Puerto in Santoña weigerte er sich trotz der akuten Lebensgefahr und des Verbots, die Sakramente zu spenden, zu fliehen. Nach seiner Gefangennahme wurde er auf ein schwimmendes Gefängnisschiff verbracht. Im Laderaum hörte er bis zuletzt täglich die Beichte der Mitgefangenen und betete mit ihnen den Rosenkranz. Als die Milizen ihn schließlich zur Hinrichtung aufriefen, bat der 48-jährige Priester darum, als Letzter sterben zu dürfen – um seinen Leidensgenossen bis zum Schluss die Absolution und den Sterbesegen erteilen zu können.
Elias Hoyek: „Vater des Großlibanon“
Das anerkannte Wunder, das den Weg für die Seligsprechung des libanesischen maronitischen Patriarchen Elias Hoyek ebnet, ereignete sich im Jahr 1965. Es betrifft die wissenschaftlich nicht erklärbare Heilung des Armeeoffiziers Nayef Abou Assi. Der drusische Muslim litt an einer chronischen, beidseitigen Spondylolyse (einem schmerzhaften Wirbeldefekt) und erwachte eines Tages nach einem Traum, in dem ihm der Patriarch erschienen war, völlig beschwerdefrei.
Hoyek, geboren am 4. Dezember 1843 in Helta, wurde nach seinem Theologiestudium in Rom im Jahr 1870 zum Priester geweiht. Zurück im Libanon gründete er mit Mutter Rosalie Nasr die Kongregation der Maronitischen Schwestern der Heiligen Familie. 1899 wurde er zum maronitischen Patriarchen von Antiochien gewählt und leitete die Kirche über drei Jahrzehnte. Während des Ersten Weltkriegs öffnete er die Klöster für alle Kriegsopfer – völlig unabhängig von deren Religionszugehörigkeit. Eine von den osmanischen Behörden verhängte Deportation konnte er nur durch das diplomatische Eingreifen des Vatikans und Österreich-Ungarns abwenden. 1920 trug er maßgeblich zur Gründung des Staates Großlibanon bei. Er verstarb 1931 in Bkerké im Ruf tiefster Frömmigkeit und Nächstenliebe.
Junge Zeugen des Glaubens und „der Heilige der Süßigkeiten“
Unter den neu als ehrwürdig anerkannten Katholiken sticht der kamerunische Unbeschuhte Karmelit Jean-Thierry vom Kinde Jesu (Jean-Thierry Ebogo) heraus. Er verstarb 2005 im Alter von nur 23 Jahren im italienischen Legnano an einem aggressiven Knochentumor. Trotz der Amputation eines Beines ertrug er sein Leiden mit tiefer Marienverehrung und bat seine Mitbrüder, nicht für seine Heilung, sondern für neue geistliche Berufungen zu beten. Seine letzten Worte waren: „So viel Licht, so viel Licht … Wie schön Jesus ist!“
Sanftmut im Zeichen des Konzils prägte das Leben von Mutter María Ana Alberdi Echezarreta (1912–1998). Die spanische Franziskanerin von der Empfängnis leitete ihre Gemeinschaft ab 1953 als Äbtissin und führte sie mit großer Weisheit durch die unruhigen Reformjahre nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil.
Der italienische Salesianer-Priester Costantino Vendrame (1893–1957) wirkte jahrzehntelang als Missionar in Indien (Assam und Tamil Nadu). Er lebte als „Ärmster unter den Armen“, bewährte sich durch seine spirituelle Stärke in britischer Kriegsgefangenschaft und bekehrte durch seinen unermüdlichen Einsatz Tausende zum christlichen Glauben.
In Sardinien bis heute unvergessen ist der Kapuziner-Laienbruder Nazareno von Pula (bürgerlich Giovanni Zucca, 1911–1992). Der einstige Kriegsgefangene traf nach dem Zweiten Weltkrieg den heiligen Pater Pio, der ihn ermutigte, seine Berufung in seiner sardischen Heimat zu leben. Als Bettelmönch, Koch und Gärtner war er für seine tiefe Demut bekannt. Weil er stets Orangen- und Zitronenbonbons an die Menschen verteilte und sie bat, dabei ein Ave Maria zu beten, liebt ihn der Volksmund bis heute als „Heiligen der Süßigkeiten“.
(vatican news)
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