Der neue chaldäische Patriarch Paul III. Nona Der neue chaldäische Patriarch Paul III. Nona  

Irak: „Stimme der chaldäischen Kirche darf nicht verstummen"

Unter Teilnahme des Präfekten des Dikasteriums für die Ostkirchen ist an diesem Freitag in Bagdad der neue chaldäische Patriarch Paul III. Nona offiziell in sein Amt eingeführt worden. Angesichts historischer und politischer Herausforderungen dürfe die Stimme der chaldäischen Kirche nicht verstummen, so Kardinal Claudio Gugerotti in seinem Grußwort.



Die Amtseinführung des Nachfolgers von Kardinal Louis Sako I. fand am Freitagmorgen (29. Mai 2026) in der Josefskathedrale in Bagdad statt. Amel Shamon Nona war am 12. April von der Synode der chaldäisch-katholischen Bischof zum neuen Oberhaupt der chaldäischen Kirche gewählt worden. Vor seiner Wahl zum Patriarchen war Nona als chaldäischer Erzbischof für Australien und Neuseeland zuständig.

Über den Irak hinaus

Von Vatikanseits aus nahm an der Amtseinführung der Präfekt des Ostkirchen-Dikasteriums teil. Kardinal Gugerotti sicherte dem neuen Kirchenoberhaupt die Unterstützung des Heiligen Stuhles zu. Der Vatikan wolle dazu beitragen, „das zu stärken, was dieser Kirche hilft, ihre Mission erneut zu erfüllen – eine Mission, die nicht auf ein begrenztes Gebiet beschränkt ist, sondern sich, auch aufgrund der gegenwärtigen Diaspora, weiter ausbreitet und für viele Völker und Menschen eine Quelle der Inspiration bleibt“.

Die auf das 16. Jahrhundert zurückgehende chaldäisch-katholische Kirche umfasst heute weltweit etwa 650.000 Mitglieder. Während sich der offizielle Sitz des Patriarchen in der irakischen Hauptstadt Bagdad befindet, lebt inzwischen ein wesentlicher Teil der Gläubigen in der Diaspora, vor allem in den USA, Australien und Westeuropa. Im Nahen Osten sind signifikante Gemeinden im Irak sowie in Syrien, im Libanon und im Iran zu finden.

Stimme der chaldäischen Kirche stärken

Das „gewaltige Erbe“ dieser Kirche werde „aufgrund der prekären allgemeinen Lage des Landes und vor allem der Region, in der es sich befindet, oft in irdenen Gefäßen aufbewahrt“, formulierte Gugerotti. „Wir wollen und können nicht hinnehmen, dass die Stimme der chaldäischen Kirche aufgrund historischer oder politischer Umstände verstummen muss; wir möchten, dass dieses Heilige Land noch mehr als in der Vergangenheit ein Wallfahrtsort sein kann – nicht nur zu Stätten des alten Glaubens, sondern auch zu Gemeinschaften, die durch ihre Treue zu Christus Inspiration und Bewunderung wecken“, so der Kardinal.

Den neuen Patriarchen ermutigte der Vatikanvertreter zur „Treue zu den Traditionen Ihrer Kirche“ und zum Einsatz für Frieden, Nächstenliebe sowie zu pastoraler Nähe gegenüber dem Klerus und allen Gläubigen. Die Verkündigung des Evangeliums müsse dabei „absolute Priorität gegenüber anderen menschlichen Interessen haben, die zwar legitim, aber gefährlich sind, wenn sie an erster Stelle stehen“, so Kardinal Gugerotti. „Dies ist eine spirituelle und asketische Herausforderung, noch bevor sie disziplinarischer oder politischer Natur ist“, fügte er an.

Der neue Patriarch stammt aus Alqosh im Nordirak. Er leitete die Erzdiözese in Australien seit 2015. Zuvor war er Erzbischof von Mossul, wo er im Jahr 2014 die Vertreibung der christlichen Bevölkerung durch die Miliz „Islamischer Staat“ (IS) miterlebte. Wie die übrigen Mitglieder der christlichen Gemeinschaften in der Ninive-Ebene musste auch Nona zu diesem Zeitpunkt ins Exil gehen.


(vatican news – pr)

 

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29. Mai 2026, 10:46