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Priester bei einer Messfeier am Petersplatz - im Vordergrund die Statue des heiligen Petrus Priester bei einer Messfeier am Petersplatz - im Vordergrund die Statue des heiligen Petrus  (AFP or licensors)

Vatikan dankt Priestern

Das Klerusdikasterium hat in einer Botschaft an die Priester, Diakone und Seminaristen zum Gründonnerstag 2026 für das Geschenk des geweihten Dienstes gedankt. Jeder Priester sei „ein Mann des Wortes und der Eucharistie, der täglich von dem, was er feiert, geformt wird“. Hier der Wortlaut der an diesem Mittwoch veröffentlichten Botschaft.

BOTSCHAFT AN DIE PRIESTER, DIAKONE UND SEMINARISTEN

FÜR DEN GRÜNDONNERSTAG 2026

 

Vatikanstadt, 2. April 2026

Liebe Mitbrüder,

an diesem heiligen Tag, an dem die Kirche der Einsetzung der Eucharistie und des Priestertums gedenkt, möchten wir Euch alle in jedem Teil der Welt erreichen, um Euch unseren tiefen Dank, unsere mitbrüderliche Verbundenheit und unsere aufrichtige Ermutigung zum Ausdruck zu bringen.

Heute schauen wir auf Jesus den Herrn, der «die Seinen …, die in der Welt waren, … bis zur Vollendung liebte» (Joh 13,1). In seiner Liebe «bis zur Vollendung» erfüllt sich das Geheimnis unseres Heils: Er beugt sich nieder, um den Jüngern die Füße zu waschen, und schenkt sich selbst als gebrochenes Brot, indem er der Kirche das unendlich große Geschenk des Priestertums und der Eucharistie anvertraut. Aus dieser Liebe entspringt unsere Berufung und es ist diese Liebe, der wir unser Leben beständig angleichen sollen.

            Zunächst möchten wir Euch danken! Danke für Eure tägliche oft stille und verborgene Treue. Danke für Euer „Ja“, das Ihr jeden Tag erneuert, auch in Mühen, Einsamkeit und Missverständnissen. Danke, weil Christus durch euren Dienst seinem Volk nahe ist, heilt, vergibt und nährt.

            Der Heilige Vater Leo XIV. hat uns im Heiligen Jahr, das der Hoffnung gewidmet war, daran erinnert, dass «der Priester ein Freund des Herrn ist, berufen, mit Ihm eine persönliche und vertrauensvolle Beziehung zu leben, genährt durch das Wort, durch die Feier der Sakramente und durch das tägliche Gebet. Diese Freundschaft mit Christus ist das geistliche Fundament des sakramentalen Dienstes, der Sinn unseres Zölibats und die Kraft des kirchlichen Dienstes, dem wir unser Leben widmen. Sie trägt uns in Zeiten der Prüfung und ermöglicht es uns, jeden Tag das „Ja“ zu erneuern, das wir am Anfang unserer Berufung gesprochen haben» (Ansprache an die Teilnehmer der Internationalen Begegnung Glückliche Priester – «Ich habe euch Freunde genannt» (Joh 15,15), durchgeführt vom Dikasterium für den Klerus anlässlich des Jubiläums der Priester, 26. Juni 2025).

            Das Priestertum ist – wie wir wissen – keine Rolle, die wir spielen, sondern ein Geschenk, das mit einem dankbaren Herzen und großem Staunen bewahrt werden soll, weil jeder Priester ein Mann des Wortes und der Eucharistie ist, der täglich von dem, was er feiert, geformt wird. Die Worte des Heiligen Vaters laden uns ein, immer wieder in den Abendmahlsaal zurückzukehren, zur Quelle unserer Identität: Dort entdecken wir, dass wir nicht in erster Linie durch das definiert sind, was wir tun, sondern durch die unendliche Liebe, mit der Christus uns liebt.

            In diesem Licht möchten wir Euch zwei Worte ans Herz legen, die unmittelbar aus dem Geheimnis hervorgehen, das wir feiern: Opfer und Dienst. Das Opfer ist zutiefst nicht zuerst Verzicht, sondern Hingabe: Es bedeutet, das eigene Leben hinzugeben, damit es ganz auf die Liebe zu Gott und zu den Geschwistern ausgerichtet ist. Wir sind berufen, als hingabebereite, geweihte Menschen zu leben, die in der Eucharistie Quelle und Höhepunkt ihres Daseins finden. Am Altar lassen wir uns Christus gleichgestalten und empfangen die Kraft, zu begleiten, zu vergeben und zu trösten. Der Dienst ist die konkrete Form dieser Liebe. «Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen» (Mk 10,45), Er, der beim Letzten Abendmahl den Aposteln die Füße gewaschen hat: das ist das Maß des priesterlichen Dienstes. Eucharistisch zu leben bedeutet, im Horizont der Selbsthingabe zu leben und das eigene Leben zu einem Angebot für alle zu machen. Nur so wird unser pastorales Handeln wahrhaft der Frohen Botschaft gemäß und fruchtbar sein.

Liebe Mitbrüder, lasst Euch nicht von den Schwierigkeiten unserer Zeit entmutigen. Auch wenn der Boden trocken erscheint und der Same kaum aufgeht, wirkt der Herr weiterhin. Er hat uns erwählt, er hat uns geweiht, und er verlässt uns niemals. Seid daher Priester mit offenem Herzen, fähig zur Nähe, zum Zuhören und zum Mitgefühl; Männer der Gemeinschaft, glaubwürdige Zeichen einer synodalen und missionarischen Kirche; freudige Zeugen des Evangeliums, auch wenn dies Opfer mit sich bringt. Fühlt Euch vereint als Priester, in Gemeinschaft mit euren Bischöfen, vor denen Ihr in der Chrisam-Messe die priesterlichen Versprechen erneuert, «in inniger sakramentaler Bruderschaft miteinander verbunden» und innerhalb Eures Presbyteriums «durch besondere Bande apostolischer Liebe, des Dienstes und der Brüderlichkeit» (PO 8).

Ein besonderes Gedenken gilt auch den Diakonen, die durch ihren großzügigen und diskreten Dienst die Liebe Christi, des Dieners, sichtbar machen: Euer Dienst ist kostbar und notwendiger denn je für das Leben der Kirche.

Und Ihr, liebe Seminaristen, die Ihr Euch mit Hingabe auf das Priestertum vorbereitet: Habt keine Angst, Euer ganzes Leben dem Herrn zu schenken. Bewahrt die Freude der Berufung und lasst Euch jeden Tag von seiner Liebe formen. Die Kirche braucht Eure Echtheit, Euren Enthusiasmus und Euren Glauben.

Vertrauen wir uns alle der Jungfrau Maria, der Mutter der Priester, an, damit sie uns auf dem Weg begleitet, der sich an diesem Gründonnerstag vor uns öffnet, und uns lehrt, die empfangene Gabe in Demut und Treue zu leben.

Während wir uns verpflichten, einander mitbrüderlich im Gebet zu tragen, wünschen wir Euch ein fruchtbares Heiliges Triduum in inniger Vereinigung mit Jesus dem Herrn.

Der Auferstandene schenke uns Licht, das die Finsternis erhellt, und Frieden, der jeden Konflikt heilt!

 

Lazzaro Kard. You Heung-sik

Präfekt

 

✠ Carlo Roberto Maria Redaelli

Erzbischof Sekretär

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01. April 2026, 14:00