Leo XIV. am Märtyrer-Mahnmal Leo XIV. am Märtyrer-Mahnmal   (@Vatican Media) Leitartikel

Petrus kehrt nach Afrika zurück – als Missionar des Friedens

Die ersten Worte von Leo XIV. in Algerien setzen den Ton seiner Reise: Zukunft entsteht nur, wo Menschen einander vergeben.

Andrea Tornielli - Algier

Petrus kehrt zurück nach Afrika. Drei Jahre nach dem Besuch von Franziskus Anfang 2023 in der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan beginnt der Papst eine lange Pilgerreise auf dem afrikanischen Kontinent, die ihn zunächst nach Algerien und in den folgenden Tagen nach Kamerun, Angola und Äquatorialguinea führt. Es ist eine elf Tage dauernde Reise, eine höchst missionarische, mit einem dicht gedrängten Programm an Begegnungen mit den Menschen eines Kontinents, der zwar von Problemen und Widersprüchen gezeichnet ist, aber dennoch eine Quelle der Freude und Hoffnung darstellt.

„An diesem Ort denken wir daran, dass Gott für jede Nation Frieden wünscht.“

Man darf nicht vergessen, dass dieser Besuch in einer »dramatischen Stunde der Geschichte« stattfindet, geprägt von wachsender Besorgnis über die Ereignisse im Nahen Osten und der Gefahr eines erneuten Aufflammens des Konflikts nach dem Scheitern der pakistanischen Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran. Und es ist bezeichnend, dass gerade der Frieden das Hauptthema in der ersten Ansprache von Leo XIV. in Algerien ist, während des Besuchs beim Denkmal Maquam Echahid für die Märtyrer der Freiheit: »An diesem Ort denken wir daran, dass Gott für jede Nation Frieden wünscht: einen Frieden, der nicht nur in Konfliktfreiheit besteht, sondern Ausdruck von Gerechtigkeit und Würde ist. Und dieser Friede, der es ermöglicht, mit versöhntem Herzen in die Zukunft zu gehen, ist nur durch Vergebung möglich. Der wahre Befreiungskampf wird erst dann endgültig gewonnen sein, wenn der Friede der Herzen erreicht ist.«

Der Friede der Herzen

Der Aufruf zu Vergebung und zum Frieden der Herzen ist von tiefem Realismus durchdrungen. Er gehört nicht nur zum Kern der christlichen Botschaft, sondern stellt zugleich den einzigen gangbaren Weg dar, um eine Zukunft aufzubauen. »Ich weiß, wie schwer es ist, zu vergeben«, sagte der Papst, »doch angesichts der weltweit immer zahlreicher werdenden Konflikte darf man nicht von Generation zu Generation Groll um Groll anhäufen.« Wie könnte man sich nicht fragen, welchen Groll die Massaker an Zivilisten in Gaza und heute im Libanon bei den jüngeren Generationen hervorrufen? Wie könnte man sich nicht dieselbe Frage stellen angesichts des Krieges in der Ukraine und in den vielen anderen Gebieten, die von Hass und Gewalt heimgesucht werden?

„Die Zukunft gehört den Männern und Frauen des Friedens.“

Auch wenn viele Regierende der Ansicht sind, dass angesichts dieser Szenarien der Weg der Aufrüstung der richtige sei, der die Handelsleute des Todes bereichert, ermahnt uns Papst Leo in Algier: »Die Zukunft gehört den Männern und Frauen des Friedens. Am Ende wird die Gerechtigkeit immer über die Ungerechtigkeit triumphieren, so wie die Gewalt, entgegen allem Anschein, nie das letzte Wort haben wird.«

Zeugnis weniger Christen

Die Friedensstimme des Nachfolgers Petri, des Stellvertreters des wehrlosen Sohnes Gottes, der die gewaltfreie Entscheidung getroffen hat, sich am Kreuz zu opfern, findet ein noch stärkeres Echo, wenn sie von diesem Land aus ertönt, wo die Kirche eine absolute Minderheit darstellt und das Zeugnis der wenigen Christen umso wichtiger ist, gegründet auf den Dienst und die Anteilnahme an Freud und Leid aller.

(vatican news/or)

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14. April 2026, 15:50