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Kunst die tröstet

Das Kreuz, Sieg Gottes

„Jesus geht den Weg des Kreuzes und wir gehen hinter ihm und folgen seinen Schritten. Mit ihm auf dem Weg betrachten wir sein Leiden für die Menschheit, sein gebrochenes Herz, sein Leben, das zur Liebesgabe wird.“ Mit diesen Worten von Papst Leo XIV. setzt sich die Zusammenarbeit zwischen Vatican News und der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek in der Fastenzeit fort.

Siehe, dein König kommt zu dir, demütig ist er und reitet auf einem Esel“ (Sach 9,9). Diese Prophezeiung des Sacharja, mit der das Matthäusevangelium den Einzug Christi in Jerusalem beschreibt, wird in der kunstvollen Miniatur aus dem Neuen Testament dargestellt: dem als Vat. lat. 39 katalogisierten Werk, das in der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek aufbewahrt wird.

Einzug in Jerusalem – Neues Testament – Vatikanische Apostolische Bibliothek, Vat. lat. 39 – Norditalien, 13. Jahrhundert – (202 × 145 mm; 172 ss.)
Einzug in Jerusalem – Neues Testament – Vatikanische Apostolische Bibliothek, Vat. lat. 39 – Norditalien, 13. Jahrhundert – (202 × 145 mm; 172 ss.)

Ein Kodex aus dem 13. Jahrhundert

Das prachtvolle Beispiel eines illuminierten Kodex aus dem 13. Jahrhundert stammt aus Norditalien, genauer gesagt der Gegend um Verona. Das bestätigen der Stil der Dekorationen und die im Kalender genannten Heiligen: Zenon, Firmus, Rusticus und Prokulus.

Einzug in Jerusalem – Neues Testament – Vatikanische Apostolische Bibliothek, Vat. lat. 39 – Norditalien, 13. Jahrhundert – (202 × 145 mm; 172 ss.)
Einzug in Jerusalem – Neues Testament – Vatikanische Apostolische Bibliothek, Vat. lat. 39 – Norditalien, 13. Jahrhundert – (202 × 145 mm; 172 ss.)

Halbseitige Miniaturen

Der christologische Zyklus des Neuen Testaments wird durch 44 halbseitige Miniaturen veranschaulicht, die in engem Zusammenhang mit dem Text stehen. Die prächtigen Illustrationen dieser Handschrift zeigen ikonografische Szenen, die die Texte der vier Evangelien, der Apostelgeschichte und der Offenbarung des Johannes begleiten.

Einzug in Jerusalem – Neues Testament – Vatikanische Apostolische Bibliothek, Vat. lat. 39 – Norditalien, 13. Jahrhundert – (202 × 145 mm; 172 ss.)
Einzug in Jerusalem – Neues Testament – Vatikanische Apostolische Bibliothek, Vat. lat. 39 – Norditalien, 13. Jahrhundert – (202 × 145 mm; 172 ss.)


Auf dem Rücken eines Esels

Der Künstler hält den Moment aus dem am Palmsonntag betrachteten Evangelium fest,
in dem Jesus, dargestellt nach byzantinischen ikonografischen Vorbildern, auf einer Eselin und von einem Fohlen begleitet – Symbol des Friedens –, in die heilige Stadt einzieht. Der Blick des Sohnes Gottes ist ruhig und stolz. Er weiß, dass nun sein Weg zum Kreuz beginnt.

Papst Franziskus im O-Ton


... und hier auf Deutsch, was Papst Franziskus gesagt hat:

„Gleich zu Beginn bringt Jesus uns zum Staunen. Sein Volk empfängt ihn feierlich, er aber zieht auf einem einfachen Fohlen in Jerusalem ein. Sein Volk erwartet zum Paschafest den mächtigen Befreier, aber Jesus kommt, um das Pascha durch sein Opfer zu vollziehen. Sein Volk erwartet sich einen militärischen Triumph gegen die Römer, Jesus aber kommt, um Gottes Sieg zu feiern, der am Kreuz errungen wurde. Was geschah mit jenen Menschen, deren Jubelrufe sich innerhalb weniger Tage in ein „Kreuzige ihn!“ verwandelten? Was ist geschehen? Diese Leute folgten eher einer bestimmten Vorstellung vom Messias als dem Messias selbst. Sie bewunderten Jesus, aber sie waren nicht bereit, sich von ihm in Staunen versetzen zu lassen. Staunen ist etwas Anderes als bewundern. Bewunderung kann recht weltlich sein, weil sie den eigenen Geschmack und die eigenen Erwartungen sucht; das Staunen hingegen bleibt offen für den Anderen, für seine Neuheit. Auch heute bewundern viele Menschen Jesus: Er hat gut gesprochen, er hat geliebt und vergeben, sein Beispiel hat die Geschichte verändert... und so weiter. Sie bewundern ihn, aber ihr Leben ändert sich nicht. Jesus zu bewundern reicht nämlich nicht aus. Es ist notwendig, ihm auf seinem Weg zu folgen, sich von ihm hinterfragen zu lassen – von der Bewunderung zum Staunen überzugehen.“

Papst Franziskus (Palmsonntag – 28. März 2021)
 

zus.gestellt von Paolo Ondorza

(vaticannews - skr)

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01. April 2026, 08:37