Vatikan: Papst-Prediger über Umkehr und den Frieden in Kriegszeiten
Salvatore Cernuzio und Mario Galgano - Vatikanstadt
In einer Zeit, in der das „Rauschen der Kriege“ das stille Wachstum des Guten oft übertöne, lädt der Prediger des Päpstlichen Hauses dazu ein, die „demütige Kraft der Liebe“ neu zu entdecken. Ab dem 6. März wird er jeden Freitag bis zum Beginn der Karwoche über Themen wie Freiheit, Hoffnung, Brüderlichkeit und Mission reflektieren.
Franz von Assisi als Wegweiser
Für Pasolini war die Wahl des Themas zum 800. Todestag des Heiligen fast zwingend. „Der Poverello von Assisi soll uns als konkreter Weg der Umkehr und des evangelischen Lebens dienen“, erklärt er. Angesichts globaler Spannungen betont er, dass christliche Hoffnung immer das Zeichen des Kreuzes trägt: „Sie ist gleichzeitig leuchtend und zerbrechlich.“ Gott habe sich entschieden, die Welt durch Liebe zu regieren und dem Bösen ausschließlich mit der Kraft des Guten zu begegnen. „Deshalb sind die Wege des Friedens langsam: Sie hängen von Herzen ab, die bereit sind, die Logik des Kreuzes anzunehmen.“
Glaube ist keine Theorie
Kritisch äußert sich Pasolini über eine Trennung von Glaube und Realität. „Nur eine abstrakte Sicht des Glaubens kann sich eine Trennung zwischen dem Evangelium und dem konkreten Leben vorstellen“, so der Pater. Ein solches Christentum sei auf eine bloße Theorie oder ein unerreichbares Ideal reduziert. Wenn das Evangelium den Menschen jedoch wirklich berühre, ändere es sofort die Art zu leben – und damit die Welt.
Sprachliche Abrüstung gegen die Gewalt
Neben der militärischen Gewalt thematisiert Pasolini auch die zunehmende verbale Aggression. Papst Leo XIV. hatte die Gläubigen bereits dazu aufgerufen, von verletzenden Worten zu „fasten“. Für Pasolini bedeutet „sprachliche Abrüstung“ mehr als nur das Vermeiden bestimmter Begriffe. Gewalt entstehe dort, wo man spricht, ohne zuzuhören, oder wo Worte nur zur Selbstdarstellung genutzt werden.
„Wir sind gewalttätig, wenn wir behaupten, den anderen zu kennen, ohne seine Beweggründe zu verstehen“, warnt der Prediger. Wahre verbale Abrüstung entstehe aus der Bereitschaft zum mühsamen Dialog und zum Aufbau respektvoller Beziehungen auf Augenhöhe.
Ein Gott, der das Leben bewohnt
Der Heilige Franziskus bleibt für Pasolini deshalb so aktuell, weil er radikal daran erinnert, dass Gott lebendig ist und das menschliche Leben bewohnen kann. In einer Zeit, in der das Christentum Gefahr laufe, zu einer rein moralischen Anstrengung oder ethischen Konsequenz zu verkommen, führe Franziskus zum Wesentlichen zurück. „Seine Aktualität hängt nicht von Feierlichkeiten ab, sondern von seiner Fähigkeit zu zeigen, dass ein mit Gott versöhntes Leben sofort menschlicher, einfacher und brüderlicher wird.“
(vatican news)
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