Vatikan: Neue Besetzungen in Staatssekretariat und Präfektur
Salvatore Cernuzio und Mario Galgano - Vatikanstadt
Zum neuen Substituten für Allgemeine Angelegenheiten des Staatssekretariats ernannte der Papst den bisherigen Nuntius in Kolumbien, Erzbischof Paolo Rudelli. Das Amt des Substituten gilt als eine der einflussreichsten Positionen innerhalb des Vatikans und wird oft mit der Funktion eines Innenministers verglichen.
Der 55-jährige Rudelli stammt aus der Diözese Bergamo und trat 2001 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Nach Stationen in Ecuador und Polen sowie einer Tätigkeit im Staatssekretariat war er ständiger Beobachter beim Europarat in Straßburg. Vor seiner Zeit in Kolumbien vertrat er den Papst ab 2020 als Nuntius in Simbabwe. Rudelli folgt auf Erzbischof Edgar Peña Parra.
Neue Aufgabe für Edgar Peña Parra
Erzbischof Edgar Peña Parra wurde zeitgleich zum neuen Apostolischen Nuntius in Italien und der Republik San Marino ernannt. Der aus Venezuela stammende Diplomat hatte das Amt des Substituten seit 2018 inne. Zuvor war er unter anderem als Nuntius in Pakistan und Mosambik tätig, wo er sich an Friedensverhandlungen zwischen der Regierung und der Opposition beteiligte. Peña Parra übernimmt die Leitung der Nuntiatur in der Via Po von Erzbischof Petar Rajič.
Neubesetzung der Präfektur des Päpstlichen Hauses
Die Leitung der Präfektur des Päpstlichen Hauses wird hingegen dem Kroaten Rajič übertragen. Dieses Amt war vakant, seit Erzbischof Georg Gänswein seine Tätigkeit dort 2023 beendete und später zum Nuntius im Baltikum ernannt wurde.
Erzbischof Petar Rajič, der zuvor die Nuntiatur in Italien leitete und davor ebenfalls im Baltikum tätig war, ist somit künftig für die tägliche Organisation der päpstlichen Agenda verantwortlich. Dazu gehört insbesondere die Koordination der offiziellen Audienzen und Zeremonien.
Geste des Vertrauens
„Der Ruf von Papst Leo, als Substitut des Staatssekretariats eng an der Ausübung seiner höchsten Mission mitzuwirken, ist eine Geste unverdienten Vertrauens, die mich zutiefst ehrt“, kommentiert Rudelli selbst in einer Mitteilung. „Von Glauben beseelt“, versichert er, „diesen Dienst im Geiste der Apostolischen Konstitution Praedicate Evangelium zu übernehmen“, und im Bewusstsein, „auf die Leitung des Kardinalstaatssekretärs sowie auf die Zusammenarbeit des Assessors und des gesamten Personals der Sektion für Allgemeine Angelegenheiten zählen zu können“. Insbesondere vertraut sich der neue Substitut der „Fürsprache“ eines illustren Landsmannes an, des heiligen Johannes XXIII., der wie er aus der Gegend um Bergamo stammt.
(vatican news)
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