Vatikan-Astronom: Urknall-Theorie „zutiefst katholisch“
D’Souza unterstrich, dass er die biblische Schöpfungsgeschichte ausdrücklich nicht wörtlich verstehe. Diese stehe vielmehr „im absoluten Einklang“ mit der Urknall- und der Evolutionstheorie. Dabei zog der Jesuit eine methodische Grenze zwischen Religion und Naturwissenschaft. Sein Gottesbild sei kein „Lückenfüller für alles Unerklärbare“. Während die Religion Sinn und Hoffnung stifte, könne sie naturwissenschaftliche Erklärungen nicht ersetzen.
Der Astronom beschreibt das Verhältnis von Forschung und Glaube als komplementär. Die wissenschaftliche Erforschung des Universums sei für ihn auch ein Ausdruck des Glaubens: Wer das Universum erforsche, „preist damit Gott“.
Ausblick auf außerirdisches Leben
Hinsichtlich der Existenz außerirdischen Lebens zeigte sich der Leiter der Sternwarte offen. Angesichts der Dimensionen des Weltalls hält er es für wahrscheinlich, „dass auch irgendwo anders Leben entstanden ist“. D’Souza rechnet damit, dass in den kommenden Jahrzehnten entsprechende Belege gefunden werden könnten.
Theologisch ordnete er mögliche Entdeckungen bereits vorab ein: Auch solche Wesen wären nach seinem Verständnis „Geschöpfe Gottes“. Gleichzeitig räumte der Astronom ein, dass sich für die Kirche aus dem Nachweis außerirdischen Lebens „neue theologische Fragen“ ergeben würden.
(kap - mg)
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