Rom: Trevi-Brunnen spült über 400.000 Euro in einem Monat ein
Nach einer einjährigen Testphase, in der bis zu 70.000 Menschen an Spitzentagen gezählt wurden, zog die Stadt nun Konsequenzen: Wer den Innenbereich der „Fontana di Trevi“ betreten möchte, muss seit einem Monat zwei Euro bezahlen. Die Bilanz des ersten Monats weist 229.896 registrierte Besucher aus, von denen fast 218.000 die Gebühr entrichteten. Einwohner der Stadt und der Metropolregion Rom sind von der Zahlung befreit.
Finanzierung für Kulturerbe und Museen
Die sprudelnden Einnahmen sind zweckgebunden. Laut Stadtverwaltung werden die Gelder direkt in die Instandhaltung und den Schutz des historischen Erbes investiert. Zudem dient das Modell der Querfinanzierung: Durch die Touristengebühr kann der für Römer kostenfreie Zugang zu den städtischen Museen an jedem ersten Sonntag im Monat weiterhin gesichert werden.
Die Ticketregelung ist zeitlich gestaffelt. Werktags ist der Zugang von 11:30 Uhr bis 22:00 Uhr und am Wochenende von 09:00 Uhr bis 22:00 Uhr offen.
Tickets können online, in Informationsstellen oder direkt vor Ort mittels mobiler Kartenzahlung erworben werden. Ein festes Zeitfenster ist dabei nicht erforderlich, was den Touristen Flexibilität ermöglicht.
Rom setzt auf Gebühren gegen Massentourismus
Der Trevi-Brunnen, der im 18. Jahrhundert im Auftrag von Papst Clemens XII. fertiggestellt wurde, ist nicht die einzige Sehenswürdigkeit der Ewigen Stadt, die mittlerweile Eintritt kostet. Bereits im Juli 2023 wurde für das Pantheon eine Gebühr von fünf Euro für Touristen eingeführt. Das Kolosseum bleibt mit jährlichen Einnahmen von rund 100 Millionen Euro das wirtschaftliche Schwergewicht unter den römischen Monumenten.
Trotz der neuen Zugangsgebühr bleibt eine Tradition unangetastet: Das Werfen von Münzen über die Schulter in das Brunnenbecken – ein Brauch, der die Rückkehr nach Rom garantieren soll. Dieses Geld wird weiterhin separat eingesammelt und kommt traditionell der örtlichen Caritas zugute.
(messaggero - mg)
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