Justitia et Pax: Rückkehr zum Völkerrecht nötig
Die Co-Präsidenten drückten ihre tiefe Besorgnis über die anhaltende Gewaltspirale aus, die die betroffenen Bevölkerungen nach Jahren des Leids nun vor eine weitere Zerreißprobe stelle. „Kein Land, wie mächtig es auch sein mag, sollte sich über die Kernprinzipien des Völkerrechts und der Charta der Vereinten Nationen stellen“, heißt es in dem am Montagabend in Dijon und Kopenhagen unterzeichneten Dokument.
Kritik an militärischer Logik
Das Statement kritisiert scharf, dass in der aktuellen Weltpolitik gegenseitige Drohungen und der Einsatz von Waffen zunehmend als legitime Mittel angesehen würden. Solche Maßnahmen seien jedoch niemals eine dauerhafte Lösung: „Im Gegenteil, sie verstärken die Konflikte nur: Sie vertiefen Groll und Hass, destabilisieren ganze Regionen und untergraben die Fundamente des globalen Friedens und der Sicherheit.“
Die aktuelle Eskalation spiegele eine konfrontative Logik wider, die den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und das Prinzip der legitimen Verteidigung missachte. Letzteres erfordere, dass alle friedlichen Mittel ausgeschöpft werden müssen, bevor Gewalt als letztes Mittel in Betracht gezogen wird.
Unterstützung für den Friedenskurs von Papst Leo XIV.
Justice & Peace Europe schließt sich damit dem Friedensappell von Papst Leo XIV. an. Dieser hatte alle beteiligten Parteien aufgerufen, die moralische Verantwortung für den Stopp der Gewaltspirale zu übernehmen und zum Pfad eines „vernünftigen, aufrichtigen und verantwortungsvollen Dialogs“ zurückzukehren. Nur eine Diplomatie, die das Wohl der Völker schütze, könne die Hoffnung auf eine Zukunft begründen, die auf gegenseitigem Respekt und Stabilität fußt.
Forderungen an die EU und die Weltgemeinschaft
Die Friedensinitiative ruft die Europäische Union und die internationale Gemeinschaft zu unermüdlichen und geschlossenen Bemühungen um Deeskalation auf. Dabei müsse der Schutz der Würde jedes Menschen sowie die Sorge um die Ärmsten und Schwächsten im Zentrum stehen. „Das Wohl der Menschen – derer, die im Nahen Osten leben, derer, die sich vorübergehend dort aufhalten, und all jener, die unter den weitreichenden Folgen dieses Konflikts leiden – muss Vorrang vor allen politischen, strategischen oder wirtschaftlichen Erwägungen haben“, so Hérouard und Hammershoy.
In der aktuellen Fastenzeit rufen die Unterzeichner besonders zum Gebet für einen Frieden auf, der „sowohl entwaffnet als auch entwaffnend“ wirkt. Ziel müsse ein Weg sein, der den Nahen Osten und die gesamte Welt endlich zu Gerechtigkeit, Versöhnung und dauerhaftem Frieden führt.
(pm - mg)
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