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Bei der UNO in Genf Bei der UNO in Genf  (AFP or licensors)

Vatikan warnt neuerlich vor Aufrüstungsspirale

Der Heilige Stuhl hat bei einer UNO-Abrüstungskonferenz in Genf abermals vor einer wachsenden internationalen Aufrüstung gewarnt und konkrete Fortschritte bei multilateralen Abrüstungsverhandlungen gefordert.

Der Untersekretär für den multilateralen Bereich des vatikanischen Staatssekretariats, Daniel Pacho, äußerte sich bei der „Conference on Disarmament“ an diesem Mittwoch mit eindringlichen Worten.  „Der Heilige Stuhl ruft dazu auf, die hartnäckige Vorstellung zu überwinden, dass Frieden nur durch Stärke und Abschreckung erreicht werden kann“, sagte er. „Tatsächlich fördert Abschreckung die Verbreitung von Waffen und kann scheitern, was verheerende Folgen für die Menschheit und künftige Generationen haben kann. Damit die Menschheit zu echtem und dauerhaftem Frieden gelangen kann, ist es von entscheidender Bedeutung, dass diese Abrüstungskonferenz konkrete und dauerhafte Abrüstungsvereinbarungen zum Wohle aller Völker erzielt.”

Der Vertreter des Heiligen Stuhls formulierte dabei drei zentrale Gefahrenfelder. Erstens Atomwaffen und deren Modernisierung: Die fortgesetzte Erweiterung nuklearer Arsenale erhöhe das Risiko einer neuen Aufrüstungsspirale. Notwendig sei es, die „Logik der Angst und des Misstrauens“ durch ein gemeinsames Ethos zu ersetzen, das Entscheidungen am Gemeinwohl ausrichte und den Frieden als gemeinsames Gut bewahre, so der Untersekretär. Er warnte zweitens vor einer zunehmenden Militarisierung des Weltraums. Ohne vertrauensbildende Maßnahmen drohe eine Bewaffnung des Alls mit gravierenden Folgen für gegenwärtige und künftige Generationen. Die Nutzung des Weltraums müsse daher ausschließlich friedlichen Zwecken dienen und als gemeinsames Erbe der Menschheit bewahrt werden.

KI im Krieg...?

Drittens ging Pacho auf die militärische Nutzung künstlicher Intelligenz ein. Neue Technologien veränderten bereits die Kriegsführung und führten zu einem „noch kälteren und distanzierteren Umgang mit der ungeheuren Tragödie des Krieges“. Autonome Waffensysteme könnten menschliches moralisches Urteil und Verantwortlichkeit verdrängen. Der Heilige Stuhl forderte deshalb, menschliche Kontrolle über den Einsatz von Gewalt sicherzustellen und unverzüglich ein Moratorium für tödliche autonome Waffensysteme einzuführen.

Die Genfer Abrüstungskonferenz gilt als zentrales multilaterales Forum für Verhandlungen über Rüstungskontrolle und Nichtverbreitung. Seit Jahren wird ihre Arbeit jedoch durch politische Blockaden erschwert. Pacho warnte deshalb im Namen des Heiligen Stuhles vor einer zunehmenden Schwächung internationaler Dialogformate und betonte die Bedeutung diplomatischer Lösungen auf Grundlage von Konsens und Zusammenarbeit.

Die Stellungnahme steht im Kontext wachsender internationaler Spannungen und neuer technologischer Entwicklungen in der Kriegsführung. Der Vatikan warnt seit Jahren insbesondere vor den Risiken autonomer Waffensysteme und einer weiteren Militarisierung neuer Technologien.

(vatican news – gs)

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27. Februar 2026, 15:18