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Bei der Vorstellung der Arbeiten des Workshops Bei der Vorstellung der Arbeiten des Workshops 

Vatikan: Wissenschaftler rufen zum Frieden auf

Im Vatikan wurde an diesem Dienstag ein internationaler Workshop der Päpstlichen Akademie für das Leben vorgestellt, der sich unter dem Titel „Healthcare for all. Sustainability and equity“ der Nachhaltigkeit und Gerechtigkeit im Gesundheitswesen widmet. Dabei schlug Akademie-Präsident Renzo Pegoraro eine Brücke zwischen globaler Gesundheit und einem Stopp des Wettrüstens, während Robert J. Vitillo die Kirche als beständige Stütze der Gemeinschaft würdigte.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Der Workshop, der vom 16. bis 17. Februar 2026 im Augustinianum in Rom stattfindet, rückt die Frage ins Zentrum, wie Gesundheitssysteme weltweit so gestaltet werden können, dass jeder Mensch Zugang zu lebensnotwendiger Pflege erhält. „Die Herausforderung liegt in der Nachhaltigkeit der Gesundheitssysteme, der Chancengleichheit bei den Dienstleistungen und der Gerechtigkeit“, betonte Pegoraro, Präsident der Akademie für das Leben.

 

Zum Nachhören - was bei der Pressekonferenz gesagt wurde

Ein Appell gegen die Aufrüstung

Besonders eindringlich äußerte sich Pegoraro zur aktuellen weltpolitischen Lage. Er kritisierte die „Wiederaufnahme des Wettrüstens“, die Ressourcen verschlinge, welche dringend für das Gesundheitswesen, die Bildung und die Verbesserung der Lebensbedingungen benötigt würden. Dies sei ein zentrales Anliegen sowohl von Papst Franziskus als auch von Papst Leo XIV.

In diesem Zusammenhang kündigte die Akademie die Initiative „Scientists for Peace“ (Wissenschaftler für den Frieden) an. „Die wissenschaftliche Welt sollte mehr zusammenarbeiten, um Systeme und Lösungen für den Frieden zu finden, anstatt neue Waffen oder Kriegstechnologien zu entwickeln“, forderte Pegoraro. Der Appell soll dazu beitragen, Kriege zu vermeiden und Handlungen zu fördern, die das Wohlergehen der Menschen direkt verbessern.

Die Kirche als bleibende Gemeinschaft

Robert J. Vitillo, Senior Advisor des Dikasteriums für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen, der im Rahmen der Konferenz mit dem Preis „Guardian of Life“ (Hüter des Lebens) ausgezeichnet wurde, hob die spirituelle und soziale Dimension der Gesundheitsversorgung hervor. „Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit sind nicht nur eine Frage des Geldes, sondern eine Frage der Gemeinschaft und des Gemeinschaftssinns“, so Vitillo.

Er betonte die Beständigkeit des kirchlichen Engagements: „Die Kirche war vor den Pandemien, Katastrophen und Desastern da, sie ist währenddessen da und sie bleibt auch danach, wenn alle temporären Akteure längst wieder gegangen sind.“

Konkrete Erfolge

Vitillo blickte auf sein jahrzehntelanges Engagement für Migranten und afrikanische Kinder zurück, die von HIV, Malaria und Tuberkulose betroffen sind. Er schilderte, wie durch die Zusammenarbeit des Vatikans mit Pharmaunternehmen unter der Leitung von Kardinal Turkson pädiatrische Medikamente entwickelt wurden, die es zuvor nicht gab: „Wenn es der Kirche gelingt, mit anderen zusammenzuarbeiten, um das Leben von Kindern zu retten, ist das eine wunderbare Erfahrung.“

Als Beispiel für die langfristige Wirkung nannte er das Zentrum „My Tan“ in Vietnam. Kinder mit Aids, die früher auf der Straße lebten, „wachsen heute auf, gehen zur Schule und einige von ihnen sind bereits im heiratsfähigen Alter“. Dies verdeutliche, dass nachhaltige Hilfe weit über die rein medizinische Behandlung hinausgeht und Lebensperspektiven schafft.

(vatican news)

 

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17. Februar 2026, 13:31