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Kunst die tröstet

Zum Licht zurückkehren, um die Wahrheit zu erkennen, die uns rettet

„Auf den Wegen des Herzens ist der Auferstandene mit uns und für uns unterwegs. Er bezeugt die Niederlage des Todes, er bestätigt den Sieg des Lebens, trotz der Finsternis von Golgota.“ Inspiriert von diesen Worten Leos XIV. setzt sich die Zusammenarbeit zwischen Vatican News und der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek in der Fastenzeit fort: Jede Woche wird ein Meisterwerk aus den päpstlichen Sammlungen vorgestellt, begleitet von den Worten der Päpste.

Wer bei Tag und bei Nacht über die Weisung des Herrn nachsinnt, ist wie ein Baum, der zur rechten Zeit seine Frucht bringt“. Diese Worte aus Psalm 1 sind eine Einladung, sich immer wieder dem Wort des Herrn zu öffnen, in der Gewissheit, dass das Hören auf dieses Wort eine sichere Investition in die Zukunft ist. Mit dieser Einstellung ist die Kirche eingeladen, den Weg der Fastenzeit zu gehen, in die wir am Aschermittwoch mit der Auflegung der Asche eingetreten sind.

Beginnen wir diesen Weg echter Umkehr, getragen von Gebet, Almosen und Fasten, und lassen wir uns dabei von den wunderbaren Bildern inspirieren, die in den alten Bänden der Vatikanischen Apostolischen Bibliothek zu finden sind.

Psalter , Vat. lat. 3467 Neapel, 15. Jhr.  (mm 268x163; ff. 185)© Apostolische Vatikanische Bibliothek
Psalter , Vat. lat. 3467 Neapel, 15. Jhr. (mm 268x163; ff. 185)© Apostolische Vatikanische Bibliothek

Die Szenen der Passion

Im Psalter, der als Vat. lat. 3467 katalogisiert ist, gibt es eine Szene, die alle Geheimnisse zusammenfasst, die wir in den kommenden Wochen bis zum Höhepunkt des österlichen Triduums betrachten werden. Die wichtigsten Szenen aus dem Leben Christi und der Auferstehung gruppieren sich um das zentrale Bild der Kreuzigung, sodass der Betrachter auf einen Blick den tiefsten Sinn der Geheimnisse der Passion erfassen kann.

Psalter, Vat. lat. 3467 Neapel, 15. Jhd.  (mm 268x163; ff. 185) © Apostolische Vatikanische Bibliothek
Psalter, Vat. lat. 3467 Neapel, 15. Jhd. (mm 268x163; ff. 185) © Apostolische Vatikanische Bibliothek

Erlösung und Hoffnung

Das Werk ist eine Malerie auf Pergament. Seine expressive Kraft geht über die bloße ästhetische Darstellung hinaus und macht es zu einem Symbol von Erlösung und Hoffnung.

Psalter, Vat. lat. 3467 Neapel, 15. Jhd.  (mm 268x163; ff. 185) © Apostolische Vatikanische Bibliothek
Psalter, Vat. lat. 3467 Neapel, 15. Jhd. (mm 268x163; ff. 185) © Apostolische Vatikanische Bibliothek

Eine der florierendsten Werkstätten am aragonischen Hof

Der Psalter, in humanistischer Schrift vom Kalligraphen Gian Marco Cinico verfasst, entstand im Auftrag des Humanisten und Bibliophilen Diomede Carafa, der mit dem aragonesischen Hof in Neapel verbunden war. Davon zeugen die Wappen am Anfang des Kodex.

Der Psalter, ein luxuriöses Exemplar, wurde zweifellos noch vor dem Tod des Auftraggebers im Jahr 1487 fertiggestellt. Die Miniaturen stammen aus einer der florierendsten neapolitanischen Werkstätten im Dienste von König Ferrante von Aragon (1458–1494): der Werkstatt von Cola Rapicano, die mit der Herstellung zahlreicher liturgischer Bücher beauftragt war.

Psalter, Vat. lat. 3467 Neapel, 15. Jhd.  (mm 268x163; ff. 185) © Apostolische Vatikanische Bibliothek
Psalter, Vat. lat. 3467 Neapel, 15. Jhd. (mm 268x163; ff. 185) © Apostolische Vatikanische Bibliothek

Geschichten aus dem Leben Christi

Die Illustrationen des vatikanischen Manuskripts sind qualitativ ausgesprochen hochwertig: Es besteht aus einer Reihe von Miniaturen, die König David gewidmet sind, und einer prächtigen doppelseitigen Illustration, auf der die Darstellung der Kreuzigung - umgeben von Szenen aus dem Leben Christi - rechts vom Incipit der Passion nach dem Bericht des Evangelisten Johannes begleitet wird.

Die Worte des Papstes...

Jesus ist nicht in Worten auferstanden, sondern in Taten, mit seinem Leib, der die Zeichen des Leidens bewahrt, das ewige Siegel seiner Liebe zu uns. Der Sieg des Lebens ist kein leeres Wort, sondern eine reale, konkrete Tatsache. (…). Der Auferstandene ist es, der radikal die Perspektive verändert, indem er jene Hoffnung weckt, die die Leere der Traurigkeit erfüllt. Auf den Wegen des Herzens ist der Auferstandene mit uns und für uns unterwegs. Er bezeugt die Niederlage des Todes, er bestätigt den Sieg des Lebens, trotz der Finsternis von Golgota. Die Geschichte hat noch immer viel Gutes zu erhoffen. Die Auferstehung zu erkennen bedeutet, den Blick auf die Welt zu verändern: zum Licht zurückzukehren, um die Wahrheit zu erkennen, die uns gerettet hat und rettet. Schwestern und Brüder, bleiben wir jeden Tag wachsam im österlichen Staunen über den auferstandenen Jesus. Er allein macht das Unmögliche möglich!”

                                                  (Leo XIV. – Generalaudienz am 22. Oktober 2025)


zus.gestellt von Paolo Ondorza

(vaticannews - skr)
 

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23. Februar 2026, 15:36