Kardinal Parolin: Vatikan wird nicht am Board of Peace teilnehmen
Mario Galgano - Vatikanstadt
Im Beisein des italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella betonte Parolin, dass der Heilige Stuhl aufgrund seiner „besonderen Natur“, die sich grundlegend von der anderer Staaten unterscheide, nicht am „Board of Peace“ teilnehmen werde. Damit unterstrich er die eigenständige moralische und völkerrechtliche Rolle der vatikanischen Diplomatie.
Kritik an Umgehung der Vereinten Nationen
Obwohl Parolin anerkannte, dass jeder Versuch einer Antwort auf globale Krisen wichtig sei, wies er auf erhebliche „kritische Punkte“ der neuen Initiative hin. Die Hauptsorge des Vatikans gilt dabei der Autorität bestehender Weltordnungen. „Ein Anliegen ist, dass auf internationaler Ebene vor allem die UNO diese Krisensituationen bewältigen sollte“, erklärte der Kardinal. Er forderte, dass die Vereinten Nationen das zentrale Organ für Friedensbemühungen bleiben müssten, anstatt diese Aufgaben an neue, weniger legitimierte Gremien auszulagern.
Vier Jahre Ukraine-Krieg: „Kaum Hoffnung auf Fortschritte“
Besonders düster fiel Parolins Bilanz zum Krieg in der Ukraine aus, der in wenigen Tagen seinen vierten Jahrestag erreicht. Angesichts der jüngsten massiven Angriffe auf die Energieinfrastruktur in Kyiv und anderen Städten zeigte sich der Staatssekretär pessimistisch.
„In Bezug auf die Ukraine herrscht großer Pessimismus. Wir sehen auf beiden Seiten keine realen Fortschritte in Richtung Frieden“, so der Kardinal. Es sei tragisch, dass man nach vier Jahren Krieg noch immer an diesem Punkt stehe. Zwar hoffe man auf Dialoge, aber „es scheint nicht viel Hoffnung und Erwartung zu geben“.
Lob für die Zusammenarbeit mit Italien
Trotz der weltpolitischen Krisen hob Parolin die exzellenten Beziehungen zum italienischen Staat hervor. Er dankte der Regierung unter anderem für die Aufmerksamkeit bei Themen, die der Kirche besonders am Herzen liegen und nannte vor allem den Bereich der Sozialpolitik, Maßnahmen für Familien und Bildung, Inklusion und die Unterstützung für Menschen mit Behinderungen, sowie die Justiz anhand von Reformen und Bedingungen in den Gefängnissen.
Diese Themen seien Gegenstand laufender Arbeitsgruppen, insbesondere in Zusammenarbeit mit der Italienischen Bischofskonferenz (CEI), bei denen bereits deutliche Fortschritte erzielt worden seien.
(vatican news)
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