Kardinal Parolin betont die ethische Pflicht zur Organspende
Mario Galgano - Vatikanstadt
Die Eröffnung der hochmodernen Dialysestation ist mehr als nur eine medizinische Erweiterung. Für viele kleine Patienten ist die Dialyse eine Brücke – eine lebensnotwendige Behandlung, die das Warten auf das „größte aller Geschenke“ überbrückt: ein Spenderorgan.
Die Theologie des Schenkens
In seiner Ansprache hob Kardinal Parolin die spirituelle Dimension der Organspende hervor. „Die Spende von Organen ist ein Akt der Liebe, der den Tod überwindet“, erklärte er vor dem medizinischen Personal und geladenen Gästen. Er schlug dabei den Bogen zum Evangelium: „Niemand hat eine größere Liebe als die, dass er sein Leben für seine Freunde hingibt.“
In der Entscheidung zur Organspende spiegele sich die christliche Kernbotschaft wider, dass das menschliche Leben seinem Wesen nach Beziehung und Gemeinschaft sei. Ein gespendetes Organ sei demnach nicht bloß biologisches Material, sondern ein Träger der Hoffnung. „Im gespendeten Körper schlägt eine Liebe weiter, die sich dem Tod nicht geschlagen gibt“, so Parolin weiter.
Trost im Unermesslichen: Wenn Eltern Leben schenken
Besonders würdigte der Kardinal jene Eltern, die in der Stunde ihres größten Leids – dem Verlust eines Kindes – die Größe finden, Ja zum Leben eines anderen Kindes zu sagen.
„Es ist eine außerordentliche Solidarität, wenn ein Elternteil im unermesslichen Schmerz über den Verlust des eigenen Kindes die Kraft findet, über Verzweiflung hinauszugehen, um einem anderen Kind die Chance auf Leben zu geben.“
Dieser Akt der Transformation, bei dem Trauer in Lebenskraft für Fremde umgewandelt wird, sei ein „stummes, aber beredtes Zeugnis von Menschlichkeit und Glauben“.
„Wir leben in einer Zeit, in der fast alles an Profit, Ertrag und Nutzen gemessen wird“, stellte Kardinal Parolin fest. Doch das Geschenk sei die „stille, aber mächtige Sprache“, mit der Menschen das Beste von sich selbst ausdrücken. Schenken mache uns menschlicher, da es uns aus uns selbst herausführe und für andere öffne.
Finanzielle Hilfe als „konkrete Form der Liebe“
Der Kardinal widersprach dem Vorurteil, dass Geldspenden die am wenigsten spirituelle Form des Gebens seien. Wenn sie aus einem aufmerksamen Herzen kämen, seien sie eine „konkrete Form der Liebe“. Er zog dabei den Vergleich zur biblischen Witwe, die ihre letzten zwei Groschen gab: „Jeder Beitrag, der dazu bestimmt ist, Kranke zu unterstützen, den Schwächsten zu helfen oder die Forschung zu fördern, wird zur Vorsehung. Gott wirkt durch die Menschen.“
Die Dialysestation: Warten auf das „größte Geschenk“
Die neue Station sei ein Ort der Exzellenz, aber für viele Patienten auch ein Ort des Wartens – oft auf ein Organ. Parolin bezeichnete die Organspende als einen „Akt der Liebe, der den Tod überwindet“. Besonders würdigte er Eltern, die trotz des unermesslichen Schmerzes über den Verlust eines Kindes die Kraft finden, durch eine Organspende das Leben eines anderen Kindes zu retten. „In dem gespendeten Körper schlägt eine Liebe weiter, die sich dem Tod nicht geschlagen gibt“, so der Kardinal.
Das Geschenk der Zeit und die Berufung der Heilberufe
Neben materiellen Gaben hob der Kardinalstaatssekretär das Geschenk der Zeit hervor. In einer hektischen Welt sei das kostenlose Anbieten von Zeit – etwa durch Freiwillige, die Kranke begleiten – eine der höchsten Formen der Nächstenliebe.
Gleichzeitig richtete er seinen Dank an das medizinische Personal. Er betonte, dass der Dienst der Ärzte und Pfleger im Bambino Gesù sowohl eine Profession als auch eine Berufung sei. „In diesem Krankenhaus – dem Krankenhaus des Papstes – müssen beide Seiten glänzen: Einerseits die Qualität, die von allen als Exzellenz anerkannt wird; andererseits die Fähigkeit zum Mitgefühl, zum Teilen und zur echten Menschlichkeit.“
Abschließend erinnerte Parolin daran, dass sich eine Zivilisation an ihrer Fähigkeit messe, sich um die Schwächsten zu kümmern. Er dankte allen Spendern, Freiwilligen und dem gesamten Personal, die gemeinsam die Mission der Hoffnung und Heilung tragen.
(vatican news)
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