Zayed-Preis ehrt Friedensstifter und Frauenrechtlerin
Mario Galgano - Vatikanstadt
Damit gehen die Preise erstmals an Empfänger aus der Kaukasus-Region und aus Afghanistan. Der Zayed-Preis, inspiriert durch das 2019 in Abu Dhabi unterzeichnete „Dokument über die menschliche Brüderlichkeit“, würdigt Personen und Institutionen, die sich weltweit für Frieden, Dialog und Mitgefühl einsetzen.
Ein historischer Wendepunkt im Kaukasus
Die Auszeichnung für das „Abkommen über die Aufnahme friedlicher und zwischenstaatlicher Beziehungen“ zwischen Armenien und Aserbaidschan würdigt einen diplomatischen Prozess, der darauf abzielt, Jahrzehnte des Konflikts und des humanitären Leids zu beenden. Die Jury betonte, dass Versöhnung kein einmaliges Ereignis, sondern ein kontinuierlicher Weg sei.
Armeniens Premierminister Nikol Paschinjan bezeichnete den Preis als „große Ehre“ und als Anerkennung der kollektiven Arbeit von Regierung, Parlament und Gesellschaft. Auch der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew drückte seine tiefe Wertschätzung aus. Dass der Preis unter der Schirmherrschaft von Papst Leo XIV. und dem Großimam von Al-Azhar, Ahmed Al-Tayeb, steht, mache die Anerkennung zu einer „doppelten Ehre“, so Alijew.
Lichtblicke für Afghanistans Mädchen
Die zweite Preisträgerin, Zarqa Yaftali, wird für ihren lebenslangen Einsatz für das Recht auf Bildung von Frauen und Kindern geehrt. Trotz massiver Einschränkungen in ihrer Heimat hat sie Bildungsressourcen und psychosoziale Unterstützung für über 100.000 Menschen bereitgestellt. „Diese Auszeichnung ist eine starke Botschaft an die Frauen in Afghanistan“, erklärte Yaftali sichtlich bewegt. Sie schenke Mut, insbesondere den Schülerinnen von Online-Schulen und jungen Frauen in Friedens- und Führungskursen.
Die Jury und die Verleihung
Die Preisträger wurden von einer unabhängigen internationalen Jury ausgewählt, der unter anderem der ehemalige EU-Ratspräsident Charles Michel, UNICEF-Direktorin Catherine Russell und Kardinal José Tolentino de Mendonça angehörten. Richter Mohamed Abdelsalam, Generalsekretär des Preises, erklärte an diesem Montagvormittag: „Das Abkommen zwischen Armenien und Aserbaidschan schlägt ein neues Kapitel auf und legt den Grundstein für eine sicherere Zukunft beider Völker.“
Die feierliche Preisverleihung findet am 4. Februar 2026, dem von der UN anerkannten Internationalen Tag der menschlichen Brüderlichkeit, im „Founder’s Memorial“ in Abu Dhabi statt. Seit seiner Gründung im Jahr 2019 wurde der Preis bereits an 19 Preisträger aus ebenso vielen Ländern verliehen, darunter Organisationen wie die Gemeinschaft Sant’Egidio oder Persönlichkeiten wie UN-Generalsekretär António Guterres.
(pm)
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