Kardinal Parolin: Lage in Minneapolis „inakzeptabel“
Mario Galgano und Antonella Palermo - Vatikanstadt
Kardinal Parolin reagierte mit Bestürzung auf die jüngsten Vorfälle im US-Bundesstaat Minnesota. Bei Einsätzen der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE) in Minneapolis waren zwei US-Bürger ums Leben gekommen. „Die Position des Heiligen Stuhls ist es natürlich immer, jede Art von Gewalt zu vermeiden. Wir können solche Episoden nicht akzeptieren“, stellte der Kardinal klar. Schwierigkeiten und Widersprüche müssten auf andere Weise gelöst werden. Damit stellte er sich ausdrücklich hinter die US-Bischofskonferenz, die die Vorfälle bereits zuvor als „inakzeptabel“ verurteilt hatte.
Nahost: Skepsis gegenüber dem „Board of Peace“
Ein weiteres zentrales Thema war die Beteiligung des Vatikans an einem von der US-Regierung unter Donald Trump geplanten Gremium für den Wiederaufbau des Gazastreifens, dem sogenannten „Board of Peace“. Eine Gruppe von Priestern („Rete dei Preti contro il genocidio“) hatte Parolin in einem offenen Brief aufgefordert, dem Gremium fernzubleiben.
„Lassen Sie uns einen Moment nachdenken“, antwortete der Kardinal auf die Frage nach einer Entscheidung. Er verstehe die Besorgnis der Geistlichen und verwies auf seine früheren Aussagen: „Man darf die kritischen Punkte dieses Plans nicht vergessen.“ Eine endgültige Antwort des Vatikans stehe noch aus, doch die Vorbehalte gegenüber der strategischen Ausrichtung des US-Vorschlags seien erheblich.
Grönland: Ein diplomatisches Abkommen in Sicht
Positivere Nachrichten brachte Parolin von seiner jüngsten Reise nach Dänemark mit. Dort hatte er den dänischen Außenminister Lars Løkke Rasmussen getroffen, der ihn über den aktuellen Stand der Gespräche mit Washington bezüglich Grönland informierte. Ohne ins Detail zu gehen, deutete der Kardinal an, dass eine Lösung greifbar sei: „Ich glaube, man bewegt sich auf eine Einigung zu. Der Außenminister wirkte nach den Dialogen sehr positiv gestimmt. Wir hoffen, dass es so kommt.“
Sorge um kirchliches Krankenhaus in Süditalien
Auch innenpolitische Themen kamen zur Sprache. Auf die Krise des vatikanischen Krankenhauses „Casa Sollievo della Sofferenza“ in San Giovanni Rotondo angesprochen, versicherte Parolin, der Heilige Stuhl versuche „auf jede Weise, dem Krankenhaus aus seinen Schwierigkeiten zu helfen“. In Bezug auf Kritik an mangelnder finanzieller Transparenz versprach er, weitere Informationen einzuholen und betonte, dass man die Sorgen der von Entlassung bedrohten Mitarbeiter sehr ernst nehme.
(vatican news)
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