Heilige Pforte im Petersdom feierlich zugemauert
Mario Galgano - Vatikanstadt
Der Ritus begann um 19:30 Uhr unter dem Vorsitz von Kardinal Mauro Gambetti, dem Erzpriester der Basilika Sankt Peter. In einer privaten Zeremonie, an der auch der Päpstliche Zeremonienmeister Erzbischof Diego Giovanni Ravelli teilnahm, wurde die Pforte symbolisch und fachmännisch durch die „Sampietrini“ – die Handwerker der Bauhütte von St. Peter – verschlossen. In seinem Eingangsgebet gedachte der Kardinal der unzähligen Pilger, die im vergangenen Jahr die Schwelle überschritten hatten, und betete darum, dass sie „fest im Glauben und in der Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri bleiben“.
Das Gedächtnis des Jubiläums in Bronze
Das Herzstück des Ritus bildete das Einsetzen der sogenannten Capsa, einer bronzenen Schatulle. Auf diesem Coffer sind die Wappen von Papst Franziskus, der das Jubiläum 2025 eröffnete, und von Papst Leo XIV., der es zum Abschluss führte, eingraviert.
In der Schatulle befinden sich historische Zeugnisse, die erst beim nächsten Öffnen der Pforte – voraussichtlich zum nächsten ordentlichen Jubiläum – wieder ans Licht kommen werden:
- Eine Pergamenturkunde, welche die Öffnung und Schließung der Porta Santa bezeugt.
- Die Schlüssel der Heiligen Pforte.
- Gedenkmedaillen aus dem ersten Amtsjahr von Papst Leo XIV. sowie aus dem letzten Jahr von Papst Franziskus.
- Medaillen zur Erinnerung an die zehn Jahre zwischen dem Jubiläum der Barmherzigkeit (2016) und dem Jahr 2025 sowie eine Medaille der Sede Vacante 2025.
Die bronzene Schatulle wurde zusätzlich in einen Bleibehälter gelegt, der verlötet und versiegelt wurde. Kardinal Gambetti und Erzbischof Ravelli setzten eigenhändig die ersten beiden der insgesamt rund 3.200 Ziegelsteine ein, um die Mauer zu schließen.
„Die Tür bleibt im Herzen offen“
Monsignore Orazio Pepe, Sekretär der Bauhütte von St. Peter (Fabbrica di San Pietro), betonte gegenüber den vatikanischen Medien die spirituelle Dimension des technischen Vorgangs: „Es ist ein Moment des Gebets. Die Heilige Pforte ist eine geistliche Realität; ein Ort, an dem Gläubige durch das Durchschreiten eine Gotteserfahrung gemacht haben.“
Trotz der Schließung der Pforte bleibe die Gastfreundschaft der Basilika ungebrochen. „Wenn sich auf der einen Seite eine Tür schließt, bleibt sie auf der anderen Seite immer offen“, so Pepe weiter. Besonders bemerkenswert sei im vergangenen Jahr die Zunahme der Fußpilger gewesen. Dieser Wunsch, sich physisch auf den Weg zu Gott zu machen, sei ein bleibendes Erbe dieses Jubiläums. Der Ritus endete an diesem Freitagabend mit dem Gebet des Vaterunsers und dem feierlichen Segen.
(vatican news)
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