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Papst Leo bei der Begegnung mit Patienten und Pflegern im Krankenhaus De La Croix im Libanon Papst Leo bei der Begegnung mit Patienten und Pflegern im Krankenhaus De La Croix im Libanon  (@Vatican Media)

Mehr als nur Medizin: Vatikan präsentiert Botschaft zum Weltkrankentag 2026

An diesem Dienstag wurde im vatikanischen Pressesaal die Botschaft von Papst Leo XIV. zum 34. Weltkrankentag vorgestellt. Hervorgehoben wurde, dass der Papst den Fokus weg von der rein klinischen Behandlung Kranker hin zu einem Begriff umfassender „Heilung“ rückt. Im Mittelpunkt steht dabei die Qualität menschlicher Beziehungen.

Mario Galgano - Vatikanstadt

Kardinal Michael Czerny, Präfekt des Dikasteriums für den Dienst an der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen, wird den Papst am 11. Februar – dem Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes – bei den zentralen Feierlichkeiten in Chiclayo (Peru) vertreten. „Ich schätze mich glücklich, Papst Leo XIV. in seiner Heimatdiözese Chiclayo repräsentieren zu dürfen“, erklärte Czerny.

Zum Nachhören - was bei der Pressekonferenz gesagt wurde

Heilung als tieferer Prozess

In seiner Ansprache differenzierte der Kardinal zwischen medizinischer Versorgung und christlicher Heilung. „Körperlich heilen ist die Aufgabe der Medizin, über die in den Medien immer viel gesprochen wird“, beobachtete er. Die Botschaft des Papstes spreche jedoch von Genesung und Heilung im weiteren Sinne: „Es erfordert Mut, diese Botschaft aufmerksam zu lesen und ernst zu nehmen. Sie lässt einen nicht so zurück, wie man vorher war.“ Der Umgang mit Kranken, Alten und Behinderten sei der ultimative Test für die „Wahrheit unserer Beziehungen“.

„Es erfordert Mut, diese Botschaft aufmerksam zu lesen und ernst zu nehmen.“

Lourdes: Ein Ort ohne Scham

Michel Daubanes, Rektor des Marienheiligtums in Lourdes, betonte die soziale Dimension des berühmten französischen Wallfahrtsortes. In Lourdes seien Wunden – seien sie physischer, moralischer oder spiritueller Natur – offensichtlich und würden nicht versteckt. „Wer von ihnen gezeichnet ist, schämt sich ihrer nicht“, so Daubanes. Er beschrieb das Modell von Lourdes als eines, in dem Sprachbarrieren durch die „Sprache der Nächstenliebe“ überwunden werden und das ökonomische Modell rein auf Großzügigkeit und ehrenamtlichem Dienst basiere.

Die Realität auf der Straße: Das Beispiel der Caritas Rom

Einen Einblick in die praktische Arbeit gab Giulia Civitelli, Leiterin der Poliklinik der Caritas Rom am Bahnhof Termini. Die Einrichtung ist ein „niederschwelliger Dienst mit hoher relationaler Wirkung“. Im Jahr 2025 wurden dort fast 2.500 Menschen aus über 100 Ländern behandelt.

Viele der Patienten seien Migranten, die keinen Zugang zum nationalen Gesundheitssystem haben. „Ihr Leid wird oft durch die Gleichgültigkeit derer verschlimmert, denen sie begegnen“, berichtete Civitelli. Das Leitmotiv der Poliklinik sei daher ein klarer Handlungsauftrag: „Aufnehmen ist bereits Heilen.“

„Sich zu kümmern bedeutet für uns Freiwillige vor allem, zuzuhören.“

Begleitung ohne Eile

Wie diese Aufnahme im Kleinen aussehen kann, schilderte Marina Melone von der „Casa del Gelsomino“. In diesem Projekt begleiten Freiwillige Familien, deren Kinder im Krankenhaus Bambino Gesù behandelt werden. Dabei gehe es oft nicht um Aktivismus, sondern um das bloße Dasein. „Sich zu kümmern bedeutet für uns Freiwillige vor allem, zuzuhören – auch einer Geste – und den Wunsch nach Schweigen zu respektieren“, erklärte Melone. Heilung bedeute hier, den Raum und die Zeit für Menschen in Momenten extremer Zerbrechlichkeit zu öffnen.

(vatican news)

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20. Januar 2026, 12:23