Suche

Dem Papst wurde „Avvolti“ vorgestellt, eine Initiative der Erzdiözese Turin, die eine digitale Lesung des Turiner Grabtuchs ermöglicht. Dem Papst wurde „Avvolti“ vorgestellt, eine Initiative der Erzdiözese Turin, die eine digitale Lesung des Turiner Grabtuchs ermöglicht. 

Das Grabtuch zum Greifen nah: Papst weiht digitales Projekt ein

Das Turiner Grabtuch ist nun für Gläubige auf der ganzen Welt nur noch einen Klick entfernt. Papst Leo XIV. testete am Freitagvormittag als Erster die Initiative „Avvolti“ (Eingehüllt), ein ambitioniertes Projekt der Erzdiözese Turin zum Heiligen Jahr, das eine interaktive digitale Untersuchung der Reliquie ermöglicht.

Mario Galgano - Vatikanstadt

In einer Privataudienz im Apostolischen Palast präsentierte der päpstliche Hüter des Grabtuchs, Kardinal Roberto Repole, dem Pontifex das neue Web-Portal. Das Ziel ist klar definiert: Die „Sindone“ soll für ein breites Publikum weltweit zugänglich gemacht werden – und zwar in einer Detailtiefe, die mit bloßem Auge bei einer klassischen Ausstellung kaum erreicht werden kann.

Eine interaktive Reise durch die Passion

Die Initiative ist eine absolute Neuheit. Über die Webseiten www.avvolti.org oder die offizielle Seite www.sindone.org können Nutzer mit jedem internetfähigen Gerät – ob Smartphone, Tablet oder PC – das Bild des Grabtuchs „durchwandern“. Besondere Merkmale wie das Antlitz oder die Spuren der Dornenkrone lassen sich stark vergrößern. Jede Detailansicht wird durch wissenschaftliche Erläuterungen sowie Verweise auf die Evangelien ergänzt, welche das Leiden Christi beschreiben.

Kardinal Repole betonte, dass trotz des hohen wissenschaftlichen Anspruchs bei Bildern und Texten die Barrierefreiheit im Vordergrund stand. Das Projekt soll kein exklusives Werkzeug für Spezialisten sein, sondern eine spirituelle Brücke für jedermann schlagen.

Von der Piazza Castello ins weltweite Netz

Das Projekt „Avvolti“ ist der Kern der Grabtuch-Pastoral, die Turin bereits 2024 gestartet hat. Einen ersten Erfolg feierte die Initiative bereits im vergangenen Frühjahr: In einem speziellen Pavillon auf der Piazza Castello in Turin wurde die digitale Lesung an einem fünf Meter langen Spezialtisch präsentiert. In nur acht Tagen besuchten über 30.000 Menschen aus 79 Ländern die Installation.

Nun wurde diese Erfahrung für die Online-Nutzung optimiert. Die Veröffentlichung ist laut Kardinal Repole Teil eines langfristigen Weges, der die Gläubigen bis zum großen Erlösungsjubiläum im Jahr 2033 begleiten soll. Mit der Freischaltung für das Internet und die sozialen Medien (Facebook und Instagram) ist das Grabtuch nun endgültig im digitalen Zeitalter angekommen.

(vatican news)

Danke, dass Sie diesen Artikel gelesen haben. Wenn Sie auf dem Laufenden bleiben wollen, können Sie hier unseren Newsletter bestellen.

10. Januar 2026, 13:42