Kardinal Tagle besuchte die größte Pfarrei der Welt in Dubai
Mario Galgano - Vatikanstadt
Es sind Zahlen, die in Europa kaum noch vorstellbar sind: Über 30.000 Gläubige in Dubai und mehr als 18.000 in Abu Dhabi versammelten sich in den vergangenen Tagen, um mit Kardinal Luis Antonio Tagle die traditionelle philippinische Weihnachtsnovene „Simbang Gabi“ zu feiern. Der Pro-Präfekt des Dikasteriums für die Evangelisierung brachte der lokalen Kirche die Segenswünsche von Papst Leo XIV. und stärkte einer Gemeinschaft den Rücken, die fast ausschließlich aus Migranten besteht.
Die „Simbang Gabi“: Glaube in der Fremde
Die „Simbang Gabi“, eine neuntägige Messreihe zur Vorbereitung auf Weihnachten, gilt im Vikariat als einer der Höhepunkte des Kirchenjahres. In seinen Predigten rief Kardinal Tagle dazu auf, die Ankunft Christi durch konkrete Gesten der Aufnahme und Versöhnung vorzubereiten. Mit Blick auf die oft prekären Lebensumstände der Gastarbeiter betonte er, dass Maria und Josef Vorbilder dafür seien, wie die Liebe Gottes den Alltag auch in der Fremde verwandeln kann. Die Kirche fungiert hier nicht nur als Gebetsort, sondern als existenzieller Raum der Zugehörigkeit für Familien, die weit entfernt von ihrer Heimat leben.
Einheit in der Vielfalt
Neben den liturgischen Feiern standen intensive pastorale Gespräche auf dem Programm. Tagle traf sich mit dem Apostolischen Vikar, Bischof Paolo Martinelli, sowie mit Vertretern der zahlreichen Sprachgemeinschaften. Martinelli bezeichnete die Tage als „denkwürdig“: „Wir haben die Einheit in der Vielfalt wirklich erlebt und neu entdeckt, dass wir in Christus eins sind. Seine Anwesenheit hat uns Mut gegeben, unseren Weg als Pilger der Hoffnung fortzusetzen.“
Besondere Aufmerksamkeit widmete der Kardinal dem Austausch mit dem Pastoralrat der Kirche St. Mary’s in Dubai, die als die größte katholische Pfarrei der Welt gilt. Hier wird die Seelsorge für hunderttausende Katholiken aus verschiedensten Nationen koordiniert.
Eine Kirche der Migranten als Vorbild
Ein zentrales Thema der Reise war die „Interkulturalität“. Tagle ermutigte die Gläubigen, ihre jeweilige kulturelle Herkunft als Reichtum zu begreifen und gemeinsam am Reich Gottes zu bauen. Er beschrieb dies mit dem Bild einer „freudigen Polyphonie des Glaubens“.
In einem Umfeld, das durch einen komplexen multireligiösen Kontext geprägt ist, lobte der Kardinal zudem das Engagement des Vikariats im ökumenischen und interreligiösen Dialog. Die Reise verdeutlichte einmal mehr, dass die Peripherien der Kirche – wie die christlichen Gemeinden auf der Arabischen Halbinsel – heute zu den lebendigsten Zentren des globalen Katholizismus gehören.
(vatican news)
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