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Heilige Pforte geschlossen: „Gottes Herz bleibt offen“

In der Basilika Santa Maria Maggiore ist am ersten Weihnachtstag die Heilige Pforte geschlossen worden, durch die im Heiligen Jahr mehr als 20 Millionen Pilger gezogen waren. Kardinal-Erzpriester Rolandas Makrickas hob bei der Zeremonie hervor, das Herz Christi stehe weiter offen.

Isabella Piro und Anne Preckel - Vatikanstadt

In der größten Marienkirche Roms im Stadtzentrum Roms befindet sich auch das Grab von Papst Franziskus, zu dem weiterhin viele Gläubige pilgern. Am Donnerstagabend wurde nun im Zuge des zu Ende gehenden Heiligen Jahres die Heilige Pforte an der Basilika geschlossen, in der die Reliquien der Heiligen Krippe aufbewahrt werden, in der das neugeborene Jesuskind lag - aus diesem Grund wurde die Heilige Pforte dort am ersten Weihnachtstag geschlossen. Zahlreiche Pilger nahmen am Abend des 25. Dezember an dem alten Ritus teil, der vom Läuten der uralten Glocke „Sperduta“ begleitet wurde.

„Wenn wir diese Heilige Pforte schließen, glauben wir, dass das Herz des Auferstandenen, eine unerschöpfliche Quelle neuen Lebens, denen, die auf ihn hoffen, stets offensteht“, betonte Kardinal Rolanda Makrickas, Erzpriester der größten Marienkirche Roms, der zu Beginn der Feier knieend auf der Schwelle des linken Kirchenportals betete. Danach erhob er sich und schloss das Portal.

Offenheit für die Nächsten 

„Nicht die göttliche Gnade schließt sich, sondern eine besondere Zeit für die Kirche. Was aber für immer offenbleibt, ist das Herz des barmherzigen Gottes“, betonte der Kardinal Makrickas während der anschließenden Messe weiter. „Heute haben wir die Heilige Pforte geschlossen gesehen, doch die Tür, die wirklich zählt, bleibt die Tür unseres Herzens: Sie öffnet sich, wenn wir das Wort Gottes hören, sie weitet sich, wenn wir unsere Brüder und Schwestern willkommen heißen, sie wird gestärkt, wenn wir vergeben und um Vergebung bitten.“ Das Durchschreiten der Heiligen Pforte sei „von heute an unsere Aufgabe für die Zukunft, Türen für andere zu öffnen“, formulierte der Geistliche.

In seiner Predigt ging der Erzpriester auf die Einzigartigkeit des nun zu Ende gehenden Jubiläums der Hoffnung ein, das von Papst Franziskus eröffnet wurde und von Papst Leo fortgesetzt wurde und Anfang Januar abgeschlossen wird. Ein vergleichbares Beispiel habe es nur im Heiligen Jahr 1700 gegeben, das von Innozenz XII. eröffnet und von Clemens XI. beendet wurde, erinnerte der Erzpriester. Im Jubiläum der Hoffnung habe die Kirche der Welt erneut verkündet, „dass Gott nicht fern ist, dass Frieden möglich ist, dass die Barmherzigkeit stärker ist als die Sünde“.

Hoffnung leben und spenden

Hoffnung sei keine Illusion, keine Realitätsflucht und kein naiver Optimismus, sondern vielmehr „eine konkrete Kraft, die neue Wege eröffnet“, so der Kardinal weiter. Das Heilige Jahr sei deshalb eine Einladung, „Gott im Leben willkommen zu heißen, andere willkommen zu heißen, der Zukunft furchtlos entgegenzusehen“, fuhr er fort und lud dazu ein, die Botschaft des Jubiläums im konkreten Alltag umzusetzen. Die wahre Heilige Pforte sei in unseren Herzen, betonte Makrickas, es sei „die Pforte der Barmherzigkeit, der Versöhnung und der Geschwisterlichkeit“.

Die sogenannten Heiligen Pforten, die großen Portale an den vier römischen Papstbasiliken, sind in normalen Jahren dauerhaft verschlossen. Geöffnet werden sie nur in Heiligen Jahren, also in der Regel alle 25 Jahre. Die Durchquerung einer Heiligen Pforte ist nach katholischer Lehre, in Verbindung mit einer Beichte und anderen Auflagen, Vorbedingung für einen Nachlass der zeitlichen Sündenstrafen.

Nächste Heilige Pforten

Die nächste Schließung einer Heiligen Pforte ist für Samstag (27. Dezember) an der Bischofskirche des Papstes, der Lateranbasilika, vorgesehen. Den Gottesdienst leitet der Kardinalvikar des Papstes für die Diözese Rom, Baldassare Reina. Am Sonntag, 28. Dezember, schließt dann Kardinal James Harvey als zuständiger Erzpriester die Heilige Pforte von Sankt Paul vor den Mauern im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes. Die zweitgrößte Kirche Roms steht an der Stelle, wo laut Überlieferung der Apostel Paulus begraben wurde.

Die bekannteste und meist besuchte Heilige Pforte, die am Petersdom, bleibt dann noch mehr als eine Woche tagsüber für Pilger geöffnet. Am Ende werden nach Schätzungen der Veranstalter im Laufe von 54 Wochen deutlich mehr als die vorausgesagten 32 Millionen Menschen hindurchgegangen sein; diese Zahl war laut Vatikan bereits Mitte Dezember erreicht worden. Papst Franziskus (2013-2025) hatte die Heilige Pforte am Petersdom am 24. Dezember 2024 feierlich geöffnet.

Sein Nachfolger Leo XIV. leitet am Dienstag, 6. Jänner, persönlich die Zeremonie mit der feierlichen Schließung der beiden Bronzeflügel. Sie beginnt um 9.30 Uhr im Rahmen eines großen Papstgottesdienstes aus Anlass des kirchlichen Hochfestes Erscheinung des Herrn, dem Dreikönigstag. Mit diesem symbolischen Akt endet das Heilige Jahr 2025.

(vatican news - pr)

 

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25. Dezember 2025, 21:00